May our hearts be warmed as we unite in this day of peace among all men.
Vor 55 Jahren, am Sonntag den 10. Dezember 1967 fand in Mannheim-Sandhofen eine außergewöhnliche vorweihnachtliche Feierlichkeit statt: Der amerikanische evangelische Militärgeistliche Major Degi hatte den Mannheimer Dekan Schmidt und die evangelische Gemeinde zur ersten offiziellen deutsch-amerikanischen Adventsfeier in die Kirche der Coleman-Barracken eingeladen.
Der Gottesdienst sollte an diesem Sonntag gleich zweimal, vormittags und abends, gefeiert werden.
Musik und Gesang standen dabei im Mittelpunkt. Um etwaige Peinlichkeiten aufgrund der Sprachbarriere zu vermeiden, denn die Amerikaner kannten die deutschen Weihnachtslieder nicht und die Deutschen waren wiederum mit den amerikanischen nicht vertraut, sang jede Seite ihre Lieder für die jeweils andere. Ansonsten sollten Gesangbücher über alle anderen Schwierigkeiten hinweghelfen, wobei die Mannheimer angehalten waren, eigene mitzubringen, da viele der deutschen Lieder in den Büchern der G.I.s nicht enthalten waren. Über alle Sprachgrenzen hinweg sollte so ein behagliches, besinnliches und christliches Miteinander zwischen Amerikanern und Deutschen entstehen.
Die Adventsfeierlichkeit brachte die Kirche der Coleman-Kaserne an den Rande ihrer Kapazität: Der Einladung des Majors folgten viele Mannheimer und einige musikalische Gruppen aus der ganzen Stadt: Der Chor der Stephanus-Gemeinde aus Mannheim-
Schönau, dem Mandolinenorchester „Rheingold“ und der Feudenheimer Posaunenchor. Begleitet von der Orgel und dem amerikanischen Kirchenchor, wurde die Feier ein voller Erfolg.
Bemerkenswert war der Abschluss der Feierlichkeiten, der im Zeichen der Versöhnung und Völkerverständigung lag: Dekan Schmidt betonte, „dass der letzte grausame Weltkrieg dazu beigetragen habe, daß wir heute gemeinsam diesen zweiten Advent feiern.“
Der Brief eines Mitorganisators der Feier, der Dekan Schmidt kurz nach Neujahr erreichte, fasst die Nachwirkung der Feier zusammen: Es habe bei der US evangelischen Gemeinde „einen ganz unerwarteten und tiefen Eindruck hinterlassen. Es war erstmalig in der Geschichte des deutsch-amerikanischen Protestantentums, dass wir in der vorweihnachtliche (sic!) Feier so christlich zusammenfanden.“
In diesem Sinne wünsche ich dem werten Leser eine schöne und besinnliche Adventszeit.





















































