Der ursprünglich als Dienstbibliothek eingerichtete Raum im 1905 bis 1907 erbauten Evangelischen Oberkirchenrat Karlsruhe wurde 2020/21 als gemeinsamer Lesesaal des Landeskirchlichen Archivs und der Landeskirchlichen Bibliothek eingerichtet und hat als solcher im Frühsommer 2021 den Betrieb aufgenommen. Damit ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, denn die Nutzenden des Landeskirchlichen Archivs waren über die Jahrzehnte hinweg in weit weniger repräsentativen Räumlichkeiten des Dienstgebäudes der Landeskirche in Karlsruhe untergebracht.
Der Weg zum Lesesaal durch das ebenso historische Haupttreppenhaus des von den Jugendstilarchitekten Robert Curjel und Karl Moser errichteten und unter Denkmalschutz stehenden Gebäude des Evangelischen Oberkirchenrates in der II. Etage des Hauses lässt dieses Fluidum bereits erahnen: Die Vorhalle und das Haupttreppenhaus sind ein architektonisches Kleinod. Ihre Ausmaße sind herrschaftlich und großzügig und zugleich wohlproportioniert, die Details liebevoll durchgearbeitet und aufeinander abgestimmt, so dass es ein Genuss ist, sich in das Gebäude hineinführen zu lassen (Anne Sick).
Für die Nutzenden des Archivs und der Bibliothek wurden acht Arbeitsplätze eingerichtet worden. Drei davon wurden als Onlinerecherche- oder EDV-Arbeitsplatz sowie einer als Mikrofilmlesearbeitsplatz eingerichtet. Letzterer ist mit einem PC verknüpft, so dass dieser - wie schon im alten Archivlesesaal - zum Digitalisieren von verfilmten Kirchenbucheinträgen, parallel oder eigens für die Einsicht im Kirchenbuchportal (www.archion.de) zur Verfügung steht. Ein Login in das Kirchenbuchportal ist unverändert durch den Archivaccount möglich und in den Benutzergebühren enthalten. Hier kann dieser Onlineservice also ausprobiert oder genutzt werden.
Daneben sind seit Anfang 2022 die über 7.500 reprodigitalisierten Kirchen- und Familienbücher "digital und ohne Archion" im Lesesaal recherchierbar, jenseits der magischen Grenze des 1. Februar 1876 (Einführung der Personenstandsgesetzgebung unter Reichskanzler Bismarck) bis in die 1960er Jahre hinein. Eine neue Qualität konnte damit erreicht werden (digitaler Lesesaal). Was heißt das für die Nutzenden? Alles ist wie immer, nur dass die Bücher, deren Laufzeit nach 1876 beginnt, nicht mehr als Verfilmung vorgelegt werden, sondern diese als Gesamtbestand in einem separaten Laufwerk vereint an drei PC-Arbeitsplätzen komfortabel einsehbar sind. Ein Schreib-, Lösch- und Kopierschutz wurde eingerichtet. Auch ist das Erstellen von Reproduktionen unkompliziert möglich. Der Probebetrieb wurde bestanden.
Natürlich steht das Mikrofilmlesegerät weiterhin zur Verfügung, denn die Verfilmungen weisen - entgegen den digitalen Dateien - kein Wasserzeichen auf.
Des Weiteren wurden zwei Lesesaal-Aufsichtsplätze installiert und bezogen: Einer für den/die diensthabende/n Bibliothekar/in und einer für die/den diensthabende/n Archivar/in.
Natürlich steht das Mikrofilmlesegerät weiterhin zur Verfügung, denn die Verfilmungen weisen - entgegen den digitalen Dateien - kein Wasserzeichen auf.
Des Weiteren wurden zwei Lesesaal-Aufsichtsplätze installiert und bezogen: Einer für den/die diensthabende/n Bibliothekar/in und einer für die/den diensthabende/n Archivar/in.
Die Neuausrichtung des Lesesaals hatte auch Konsequenzen für den Präsenzbestand der Landeskirchlichen Bibliothek. Dieser hat eine veränderte Gestalt erhalten u. a. durch seine Erweiterung um den Präsenzbestand der Archivbibliothek. Letztere hat in den Regalen der Ostseite seinen Platz gefunden und ist den Nutzenden des Landeskirchlichen Archivs vor Augen und für eine Lektüre in Griffhöhe aufgestellt. Das betrifft die einschlägige Literatur wie die der Ortsfamilienbücher, Pfarrerbücher, orts(kirchen)historischen Literatur sowie Monographien zur badischen Landeskirchengeschichte und zu Persönlichkeiten des kirchlichen Lebens.

