Blog-Archiv 2019
Weihnachten und Neujahr
Nach Archivportal-D und der Deutschen Digitalen Bibliothek Erschließungsdaten unseres Archivs nun auch im Archivportal Europa

Community der Autorinnen und Autorinnen von Ortsfamilienbüchern traf sich im Rahmen einer Tagung
Am Anfang nicht erwünscht. Zur Geschichte des Theologischen Studienhauses Heidelberg
Vom Großherzog von Baden zwar wohlwollend zur Kenntnis genommen wird sein Anliegen auf staatliche Unterstützung aber durch liberale Kräfte abgelehnt; auch die Landeskirche lässt ihn im Stich.
1917 schließlich wird anlässlich des 70. Geburtstages von Dr. Ludwig Lemme der Verein „Theologisches Studienhaus in Heidelberg“ e.V. von einflussreichen Männern der kirchlich–positiven Vereinigung in Baden gegründet, die er zuvor von seinem Projekt überzeugt hatte. Durch Gaben, Stiftungen und Spenden, darunter 50.000 Mark des Freiherrn Krupp von Bohlen und Halbach aus Essen, sowie angeregt durch seinen früheren Freund und Pfarrer Hermann Gilg aus Heidelberg und Mitglieder der Kirchlich-Positiven, konnte der Verein auch ohne jegliche andere Unterstützung im Frühjahr 1918 ein Anwesen in Heidelberg erwerben. In der Neuenheimer Landstraße 34 konnten so zum Wintersemester 1918/19 die ersten sechs Studenten in das Studienhaus, das Allen unterschiedslos offenstehen sollte, einziehen. Es war vollbracht!
Nach siebenjähriger Unterbrechung wegen Planung und Neubebauung eröffnete am 13.07.1973 ein jetzt größeres, moderneres, mit Bibliothek und Mehrzwecksälen sowie einer Sauna ausgestattetes Studienhauses für 60 Studenten.
Dann der Schock - erneut rutscht der Berg und das Studienhaus muss 1979 bis 1981 erneut geschlossen werden, um Absicherungsmaßnahmen durchführen zu können.
Ein ganz neues Konzept wird 1999 beschlossen. Es sieht vor, dass das Theologische Studienhaus und das Predigerseminar Petersstift zukünftig gemeinsam unter einem Dach sein sollen. Dazu wird von 2000 bis 2002 das Peterstift aus- und umgebaut. Mit dem Einzug ins Moratha–Haus, Neuenheimer Landstraße 2, ging es nun in eine neue Zeit und die Landeskirche hatte sich mit der Einrichtung in Heidelberg mittlererweile auch anfreunden können!
Neben Protokollen, Schriftverkehr und Berichten, Schadensmeldungen und Rechnungen gibt es aber auch Unterlagen zur Baugeschichte mit Plänen und Bildern. Arbeitsverträge, Zeugnisse und Bescheinigungen für Mitarbeiter und Praktikanten des Hauses sind ebenso vorhanden wie Festschriften zum zehnjährigen Bestehen des Vereins und zur Neueröffnung des Hauses 1973. Außerdem im Bestand gibt es jeweils eine maschinenschriftliche Kopie einer Vorlesung zum Thema „Der Begriff der Natur und seine Geschichte 1“, gehalten von Georg Picht im Wintersemester 1973/74, sowie Teil 2 gehalten von Gerhard Liedke im Sommersemester 1974.
Insgesamt hat der Bestand „Theologisches Studienhaus in Heidelberg“ eine Laufzeit von 1917 bis 2001 und einen Umfang von 1,8 lfden Metern. Recherchierbar ist der Bestand auch durch ein Onlinefindmittel.Das Findbuch der Diasammlung ist online - es folgen die Dias selbst
Die evangelische Gemeinde Dertingen und der Zauber der Literatur
Johann Freiherr von Stockhorn hatte es sich daher zur Aufgabe gemacht, durch die Schenkung vorzüglicher und gemeinsam mit dem Pfarrer ausgewählter Literatur, Ortsbibliotheken zu gründen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Familienväter, sonst tägliche Wirtshaussitzer, bleiben jetzt Abends zu Hause, u. lesen den Ihrigen aus jenen Büchlein vor […] Bürger kommen auf dem Schul- oder Rathhauszimmer Abends an den Sonntagen zusammen, wo der Pfarrer oder ein Bürger vorliest; Kranke lesen mit großem Dank u. Freude; […] u. selbst ledige Bursche[n] kommen zum Vorlesen zusammen oder lassen sich das Gelesene erzählen, u. meiden das Wirthshaus; ja sogar die Zahl der unehelichen Kinder hat sich seitdem, wie mir ein Pfarrer schrieb, bedeutend vermindert.
Und wie reagierte Pfarrer Duffing auf diesen Brief? Ein Antwortschreiben ist in Akte Nr. 289 leider nicht enthalten. So bleibt uns nur ein weiteres Schriftstück des Geheimen Regierungsrates vom 9. Dezember 1870. Der Schreiber entnimmt dem Brief des Pfarrers welches Vergnügen ich [Johann Freiherr von Stockhorn] Ihnen u. Ihrer Gemeinde damit gemacht u. welch schöne Hoffnung ich habe, daß die Ortsbibliothek zum Segen der Gemeinde gedeihen werde. Welche Auswirkung die Literatur auf die Dertinger Bevölkerung hatte ist allerdings nicht überliefert …
Von der Urkunde zur Datenbank – Aufbau eines digitalen Langzeitarchivs für die Diözesen und Landeskirchen in Baden-Württemberg
Schnell wurde dabei deutlich, dass sich ein Projekt zum Aufbau eines digitalen Langzeitarchivs ideal für eine Kooperation zwischen dem Erzbischöflichen Archiv Freiburg, dem Landeskirchlichen Archiv Karlsruhe, dem Diözesanarchiv Rottenburg und dem Landeskirchlichen Archiv Stuttgart eignen würde. Die Kommunal- und Universitätsarchive hatten es bereits vorgemacht und sich im Verbund einer Kooperation mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg angeschlossen.
Auch die kirchlichen Archive kamen zur Übereinkunft, dass das Landesarchiv Baden-Württemberg ein idealer Partner für die Digitale Langzeitarchivierung darstellt. Das Landesarchiv entwickelte bereits 2006 das Archivierungssystem DIMAG (DIgitales MAGazin). Seit 2010 wird das System in einem Entwicklungsverbund, dem die Landesarchive Baden-Württemberg und Hessen, die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns und das Digitale Archiv Nord angehören, gemäß internationalen Standards kontinuierlich weiterentwickelt. Neben der Expertise des Landesarchivs und der bewiesenen Leistungsfähigkeit des Produkts, war eine starke Community und die öffentliche Trägerschaft ein entscheidendes Argument für DIMAG. Beides bürgt dafür, dass die Weiterentwicklung von DIMAG langfristig sichergestellt wird und die kirchlichen Archive einen dauerhaften Kooperationspartner gewinnen konnten.
Für die Auswahl eines Rechenzentrums zur Bereitstellung der technischen Infrastruktur bot sich mit dem Kirchlichen Rechenzentrum Südwestdeutschland in Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe (KRZ SWD) ein idealer Partner an. Entscheidende Faktoren für das Kirchliche Rechenzentrum sind neben der kirchlichen Trägerschaft das kostengünstige und qualitätsvolle Angebot und die redundante Sicherung der Daten an zwei verschiedenen Standorten in Baden-Württemberg.
Zusammen mit den kirchlichen Partnern, dem Landesarchiv Baden-Württemberg und dem Kirchlichen Rechenzentrum wurde somit eine Infrastruktur geschaffen, die die Grundlage bildet, dass elektronische Informationsobjekte nun sicher und dauerhaft aufbewahrt und genutzt werden können.
Gamburg, Sowjetunion und viel mehr – Der Kirchliche Dienst auf dem Lande (KDL)
Der Bestand KDL hat eine Laufzeit von 1955 bis 1988 und umfasst 0,9 lfm. Er wurde nun im Rahmen eines Praktikums abschließend technisch bearbeitet und dessen Findmittel ist als PDF online gestellt.
Vertrag der Evangelischen Gemeinde Lauda mit der BRD
Am 22. Februar 1957 wurde der Militärseelsorgevertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Evangelischen Kirche geschlossen. Dieser regelte die Seelsorge in der Bundeswehr. Da die Bundeswehr in Lauda bis 2004 eine Kaserne unterhielt („Tauberfranken-Kaserne“), wurde am 18. Mai 1967 zwischen der Kirchengemeinde Lauda und der Bundesrepublik Deutschland ein Vertrag über die Mitbenutzung der Gottesdiensträumen in der Kirche in Lauda geschlossen.
Die evangelische Kirche wurde für Militärgottesdienste daraufhin 1x monatlich (nach Bedarf auch mehrmals) für Kasualien für Militärangehörige (Taufen, Trauungen etc.) freigegeben.
Der Vertrag wurde auf unbestimmte Dauer geschlossen und endete schließlich mit der Aufhebung Laudas als Standort der Bundeswehr.
Sondergottesdienste im Kirchenbezirk Ladenburg-Weinheim
Abseits der normalen Sonntage des Kirchenjahrs und den regelmäßig wiederkehrenden kirchlichen Feiertagen gibt es immer wieder Gelegenheiten, zu denen besondere Gottesdienste organisiert werden. Gründe für solche Situationen umfassen besondere Jubiläen oder außergewöhnliche Ereignisse − sowohl aus positivem wie negativem Anlass.
Ein besonderer Vorgang ist in einer anderen Akte nachzulesen. Er befasst sich mit Bittgottesdiensten, die auf Geheiß der Kirchenleitung in Karlsruhe am 18. Oktober 1977 in allen Orten Badens angeboten werden sollten. Anlass für diese besonderen Gottesdienste war die Flugzeugentführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ durch palästinensische Terroristen, die zu diesem Zeitpunkt bereits über vier Tage andauerte. Ziel dieser Aktion war es, die im Gefängnis Stuttgart-Stammheim inhaftierten RAF-Mitglieder um Andreas Baader freizupressen. Nachdem die „Landshut“ bereits einen Irrflug mit Stops an mehreren Flughäfen im arabischen Raum hinter sich hatte, landete sie am 17. Oktober am Flughafen von Mogadishu/Somalia. Die Entführer setzten ein finales Ultimatum bis zum Nachmittag desselben Tages, das bis 1:30 Uhr am Morgen des 18. Oktobers verlängert wurde, als die Bundesregierung scheinbar auf die Forderung eingegangen war. Dies war aber nur vorgeschoben worden, um den Transport der „Grenzschutzgruppe 9“ (GSG 9) der Bundespolizei nach Somalia zu ermöglichen. Kurz nach Mitternacht stürmte diese Antiterrorismuseinheit das Flugzeug, tötete drei der vier Geiselnehmer und befreite die Passagiere aus der Geiselhaft. Kurz nachdem die Befreiung in der Presse bekanntgeben wurde, begingen die RAF-Mitglieder in Stammheim Selbstmord. Der von anderen RAF-Mitgliedern im Vormonat gekidnappte Vorsitzende des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Hanns Martin Schleyer, wurde ebenfalls am 18. Oktober erschossen und tags darauf entdeckt.
Die Kirchenleitung der badischen Landeskirche hatte die Dekanate am 17. Oktober telefonisch auf die Durchführung von Bittgottesdiensten für besorgte Menschen angewiesen. Diese Information sollte dann von den Dekanaten an die einzelnen Pfarrämter im Kirchenbezirk weitergeleitet werden. Am 21. Oktober bat Landesbischof Hans-Wolfgang Heidland um eine Rückmeldung aus den Dekanaten, damit man aus diesen Erfahrungen für zukünftige Vorkommnisse Schlüsse ziehen könne. In den Tagen darauf übermittelten die Pfarrämter im Kirchenbezirk Ladenburg-Weinheim ihre Erlebnisse an Dekan Gerhard Blail.
Die Bittgottesdienste waren in fünf der 14 Orte mit evangelischen Kirchengemeinden nicht angeboten worden. Als Begründung hierfür erklärten die Pfarrer meistenteils, dass der Vorlauf zur Vorbereitung eines Gottesdienstes zu so einem vielschichtigen Thema wie Terrorismus zu kurz gewesen sei. Ferner empfanden einige Geistliche, dass sich die Situation durch die Befreiung der Geiseln überholt hätte und ein Bittgottesdienst daher als nicht mehr notwendig erachtet wurde. Kritisch betrachtet wurde auch, dass viele Pfarrer über die Medien von der geplanten Abhaltung erfuhren und nicht von den ihnen übergeordneten Stellen. Dies hing damit zusammen, dass Dekan Blail im Anruf, den er am 17. Oktober aus Karlsruhe erhielt, nicht die Ansage erhielt, die Nachricht an die Kirchengemeinden weiterzuleiten. Er verstand die Aufforderung dergestalt, dass nur ein zentraler Gottesdienst im Kirchenbezirk in Weinheim durchgeführt werden sollte.
Dort, wo die Bittgottesdienste am 18. Oktober organisiert wurden, war die Rückmeldung aber positiv. Die Teilnehmerzahlen schwankten zwischen 40 Personen in Orten wie Neckarhausen oder Dossenheim und bis zu knapp 200 Besuchern in der Stadtkirche von Weinheim. Während der Gottesdienst in Neckarhausen spontan improvisiert wurde, da sich unerwarteterweise Menschen vor der Kirche versammelt hätten, wurde in Dossenheim am 21. Oktober noch ein weiterer Sondergottesdienst durchgeführt, an dem sogar 90 Personen teilnahmen. Es wurde mehrfach bemerkt, dass sich auch Menschen unter die Gottesdienstbesucher gemischt hätten, die sonst nicht regelmäßig zur Kirche kommen würden. Aus Schriesheim-West, wo der Bittgottesdienst ökumenisch gestaltet war, da die örtliche katholische Kirche keine eigene vergleichbare Veranstaltung organisiert hatte, berichtete Pfarrer Helmut Zeller: „Hätten wir den Bittgottesdienst nicht gehalten, hätte uns etwas gefehlt.“ Darüber hinaus wurden in allen Kirchengemeinden − auch denjenigen, die nicht am 18. Oktober Bittgottesdienste durchführten − die Ereignisse in den Sonntagsgottesdienst vor und nach diesem Termin in Predigten und Fürbittgebeten oder in Gemeindekreisen unter der Woche thematisiert. (LkA KA, 043. Ladenburg-Weinheim, Nr. 287)
Die erwähnten Unterlagen sind im Zuge der Verzeichnung von Altakten des Dekanats Ladenburg-Weinheim zu Tage getreten. Der Bestand lagert im Magazin des Landeskirchlichen Archivs in Karlsruhe und kann von interessierten Nutzern unter Wahrung der Schutzfristen während unserer Öffnungszeiten eingesehen werden. Ein Findbuch des Bestands ist als PDF-Datei zum Download auf unserer Homepage verfügbar.Studienreise im Jahre 1910 nach England und Schottland
Enogrin gegen Magenleere. Ergreifende Zeugnisse im Nachlass des Dekans Friedrich Bossert (1885-1963)
Friedrich Bossert wurde am 3.12.1885 als Sohn des Bierbrauers Daniel Bossert in Ladenburg geboren. Nach dem Theologiestudium und der Vikariatszeit war er im I. Weltkrieg Kriegsteilnehmer und wurde 1916 mit dem Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet. Danach wurde er im April 1918 zum Pfarrverwalter und im Oktober 1918 zum Pfarrer von Schönau bei Heidelberg berufen. Am ersten November 1934 schließlich trat er die Pfarrstelle in Neckargemünd an und wurde zugleich Dekan ebenda. Anfangs noch Befürworter des Nationalsozialismus, rückt Friedrich Bossert später davon ab, was Äußerungen wie „Heil Kakadu“ belegen.
Der Nachlass ist besonders, da er direkt aus dem Leben der Familie berichtet und dies aus den verschiedenen Blickwinkeln der einzelnen Familienangehörigen. Desgleichen malt er ein Bild des Lebens, das viele Familien im Krieg erlebten. Dieses ist gezeichnet von Leid, Trennung, Hunger etc., jedoch auch von Hoffnung, Liebe und Zusammenhalt im Zeichen der Not und des Krieges.
Zentrale Bestände unseres Archivs nun im Archivportal-D und der Deutschen Digitalen Bibliothek recherchierbar

Glockenläuten nur für kirchliche Anlässe? Der Sondergottesdienst zur Wiedervereinigung am 2. Oktober 1990 in Weinheim
Besondere Ereignisse erfordern bekanntlich besondere Maßnahmen. Wie für viele andere Bereiche trifft dies auch für die Kirche zu. Häufig stellen sich die kirchlichen Akteure aber die Frage über die Form und das Ausmaß der Beteiligung − besonders wenn die Anlässe nicht religiöser Natur sind.
Als Beispiel hierfür kann die Feier der Vereinigung der zwei deutschen Staaten im Jahr 1990 dienen. In der Peterskirche Weinheim im Kirchenbezirk Ladenburg-Weinheim organisierten die evangelischen und katholischen Dekanate zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen einen Sondergottesdienst am Vorabend des ersten „Tags der deutschen Einheit“, für den der damalige Landesbischof Klaus Engelhardt die Predigt hielt. Ähnliche Gottesdienste zum Dank für die Vereinigung und für die Bitte um den Segen für die weitere politische Entwicklung sollten am 2. oder 3. Oktober in allen evangelischen Kirchengemeinden Badens gefeiert werden.
Während also an der Abhaltung dieses Sondergottesdienstes kein Zweifel gelassen wurde, kam zumindest in Weinheim eine Debatte um das Glockenläuten zu diesem Anlass auf. Auslöser hierfür war eine Verlautbarung des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), derzufolge erklärt worden sei, dass mit Ausnahme des Silvesterläutens zu Jahresbeginn Glocken nur zur Andacht und zu Gottesdiensten läuten sollten. Zu politischen Anlässen sollten die Kirchenglocken stumm bleiben.
Dass dies auch für den ersten „Tag der deutschen Einheit“ 1990 gelten sollte, sorgte in der Öffentlichkeit für Verwunderung und Enttäuschung, die sich auch in Briefen an Dekan Hans Walter Blöchle niederschlug, welche im Dekanatsarchiv Ladenburg-Weinheim nachzulesen sind. Die Autoren der Briefe kritisierten, dass die Kirchen als Mitglieder des Gemeinwesens bei solchen Ereignissen nicht passiv am Rande stehen sollten. Dies ließe die Kirchen als Institution in den Augen vieler Menschen als unglaubwürdig erscheinen und würde die Entfremdung bei vielen Leuten verstärken, so die in den Leserbriefen geäußerten Befürchtungen.
Das evangelische Dekanat Ladenburg-Weinheim reagierte auf diese Situation, indem die Vorgabe der EKD durch die Hintertür umgangen wurde. In einem Schreiben vom 24. September 1990 an alle evangelischen Pfarrämter im Kirchenbezirk regte Dekan Blöchle an, dass anlässlich des Gottesdienstes in der Peterskirche Weinheim am 2. Oktober, der die zentrale Veranstaltung des Kirchenbezirks war, alle evangelischen Kirchen der Region „als Erinnerung und Einladung zu diesem Gottesdienst“ ihre Glocken läuten lassen sollten.
Die Presse sprach von einem „eindrucksvollen ökumenischen Gottesdienst“ in der vollbesetzten Peterskirche. In der Predigt betonte Landesbischof Engelhardt vor den Gottesdienstbesuchern, darunter der erste Umweltminister Baden-Württembergs, Erwin Vetter (CDU), die Rolle der Christen in der DDR: Seit 1983 hätten sie in den Kirchen ihre Bedrängnis geteilt und miteinander die Hoffnung entwickelt, eines Tages frei zu sein. Dies sei die Grundlage für die friedliche Revolution vom 9. November 1989 gewesen. Auf die Zukunft gerichtet, erklärte Engelhardt weiter: „Wir erhalten morgen von Gott die Chance, miteinander in einem Land zu leben, in dem soziale Wachheit, Achtung vor der Würde des Menschen, Respekt vor der Rechtsordnung, Liebe und Barmherzigkeit gegenüber der Schöpfung, Rücksicht auf unsere Umwelt, offene Augen und offene Hände für die unendliche Not in der Welt einen hohen Rang haben.“ (LkA KA, 043. Ladenburg-Weinheim, Nr. 383)
"Bei Regen sind wir in der Halle des Hasenvereins" - Die chronikalischen Berichte von Pfarrdiakon Häfner sind nun recherchierbar
Durch die Tagebuchform, die durch viele Berichte, Protokolle, Briefe, aber vor allem fotografische Untermalung bereichert wird, ist der "Nachlass" des Pfarrdiakons Bruno Häfner etwas Besonderes in unserem Archiv. Bruno Häfner hat über knappe 30 Jahre seinen Dienst in der Evangelischen Landeskirche in Baden detailliert beschrieben.
„Predigen, dass jeder Schuster es versteht“ – Der kleine, aber feine Nachlass des bedeutenden Predigers Georg David Kaibel (1756-1805) ist erschlossen
Gemeinsam einsam? Tagung für Verfasserinnen und Verfasser von Ortsfamilienbüchern am 29. Nov. 2019
Aus diesem Kreis ist die Anfrage an uns herangetragen worden, ob das Landeskirchliche Archiv Karlsruhe eine Tagung für Verfasserinnen und Verfasser badischer evangelischer Ortsfamilienbücher ausrichten könne. Den Anfragenden war es ein Anliegen, dass die unterschiedlichen Arbeitsgruppen und/oder „Einzelkämpfer“ in einem solchen Rahmen zusammenkommen.
„DIMAG“ nun auch im Landeskirchlichen Archiv eingeführt
Um das geänderte digitale Verwaltungshandeln dokumentieren und nachverfolgen zu können und den Verlust archivwürdiger Informationen, die nur in elektronischer Form vorliegen, entgegen zu wirken, wurde nun auch im Landeskirchlichen Archiv Karlsruhe „DIMAG“ eingeführt.
Das Archivierungssystem „DIMAG“ steht für „Digitales Magazin“ und wurde 2006 vom Landesarchiv Baden-Württemberg entwickelt. Seit 2010 wird das System in einem Entwicklungsverbund, dem die Landesarchive Baden-Württemberg und Hessen, die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns und das Digitale Archiv Nord angehören, gemäß internationalen Standards kontinuierlich weiterentwickelt.
Ab sofort werden nun auch im Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe digitale Daten elektronisch langzeitarchiviert und damit dem Nutzer künftig und dauerhaft zur Verfügung gestellt. Das Programm wird vom Kirchlichen Rechenzentrum Südwestdeutschland (KRZ.SWD) in Eggenstein-Leopoldshafen gehostet, das diverse Module für die Archive bereitstellt.
Orkan Lothar am 2. Weihnachtstag 1999 in Legelshurst
„Eier, wir brauchen Eier!“
Ab 1953 wurden zudem jährlich zu Ostern Eier für das Hilfswerk der Evang. Kirche in Heidelberg gesammelt. Als Sammlungszwecke wurden im Lauf der Jahre die Alten- und Armenspeisung, aber auch die Versorgung von Flüchtlingen aus der ehemaligen DDR, die in Heidelberg zunächst u.a. im Übergangsheim in der Oberen Rödt einquartiert wurden, in den Akten vermerkt. Nachdem im ersten Jahr knapp 340 Eier zusammenkamen, steigerte sich die Zahl in den Folgejahren und erreichte 1968 mit ca. 1400 Eiern ihren Höhepunkt. Insgesamt wurden in den 1950er und 1960er Jahren über 12.000 Eier in Großsachsen gesammelt. Wie das nebenstehende Foto zeigt, nahm auch die Presse Notiz von diesen Sammlungen.
"Die Moral- und Würdelosigkeit der Bevölkerung ist erschreckend" – Auswirkungen des II. Weltkriegs auf die Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Ladenburg-Weinheim
Bereits früh sollte sich der Einfluss des Zweiten Weltkriegs auf die Kirchengemeinden im Kirchenbezirk Ladenburg-Weinheim zu erkennen geben, wie die Akten des unlängst bearbeiteten Dekanatsarchivs dieses Kirchenbezirks belegen. Ein Jahr nach Kriegsausbruch stand mit elf Männern die Hälfte aller Geistlichen im Feld, während nur die älteren und kranken Pfarrer nicht eingezogen wurden. Bis Anfang Juli 1941 sollte die Zahl der Geistlichen im Militärdienst auf 13 ansteigen.
Auf der ersten Pfarrerkonferenz nach Kriegsende wurde berichtet, dass seit dem Einmarsch der Amerikaner 82 Menschen in den Gemeinden gestorben seien, darunter die Frau des Oberkirchenrats i.R. Ernst Schulz (1876-1949), der den Pfarrdienst in Hohensachsen-Lützelsachsen versah, sowie jeweils ein Sohn von Pfarrer Siegfried Erwin Farr (1898-1970), Pauluspfarrei Weinheim, und Dekan Philipp. Von den eingezogenen Pfarrern sei einer als gefallen gemeldet worden, während sieben andere noch vermisst seien. Der Pfarrer aus Laudenbach, Erwin Schenck (1890-1964), sei auf Anordnung des Rathauses seines Amtes enthoben worden, was die Dienstversehung dort schwierig gestalte, ebenso die Räumung von vier Pfarrhäusern in Hohensachsen, Heddesheim, Heiligkreuz sowie in der Scheffelstraße in Weinheim. Während sich Dekan Philipp über die allgemeine Moral- und Würdelosigkeit der Zivilbevölkerung in dieser Phase nach Kriegsende beschwerte, hielt er positiv fest, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher in allen Kirchengemeinden zugenommen habe.
Der Dossenheimer Pfarrer Johann Steger (1887-1952) lieferte ebenfalls einen Bericht über den Einmarsch der US-Truppen in seinen Ort Ende März 1945 und betonte dabei das seitdem überwiegend positive Verhältnis zwischen den Besatzern und den Besetzten. So habe der US-Kommandant es ihm erlaubt, am Karfreitag, dem Tag als Dossenheim besetzt wurde, und am Ostersonntag bereits wieder Gottesdienste abzuhalten. Ferner habe der US-Feldgeistliche in Absprache mit ihm in der evangelischen Kirche an fast jedem Sonntag ebenfalls seinen Gottesdienst abgehalten. Auch in der Zivilbevölkerung hätten sich schnell freundschaftliche Bande entwickelt, wobei einige Frauen und Mädchen mit den US-Soldaten sogar intimen Verkehr gehabt hätten. Pfarrer Steger betonte jedoch, dass es sich seines Wissens nach dabei nicht um Vergewaltigungen gehandelt habe. Um diesen Umgang zu unterbinden, veröffentlichte die Stadtverwaltung die Namen aller daran beteiligten Frauen und Mädchen.
Von staubigen Dachkammern und Urlaubsgefühlen – Bezirksbereisung in Konstanz
Innerhalb dieser Zeit bereisten sie den gesamten Konstanzer Raum rund um den schönen Bodensee. Dass dort bei wunderbarem Wetter auch ein wenig Urlaubsstimmung aufkam, war ein schöner Nebeneffekt.
Mit geballter Frauenpower wurden fünf Archive den jeweiligen Pfarrgemeinden zurückgeben; vier Archive wurden gesichtet und mit nach Karlsruhe genommen. Dabei kamen auch diesmal wieder einige kuriose Dinge zum Vorschein – wie z.B. durchaus archivwürdige Akten, die bis dato jahrelang (oder gar Jahrzehnte?) unbemerkt in einem Schrank lagerten; oder auch eine Dachkammer, in welcher die Akten munter vor sich hinstaubten.
So wurde auch diese Fahrt wieder einmal nicht langweilig und blieb spannend und abwechslungsreich. Nach einem langen und anstrengenden Tag konnten die beiden Kolleginnen diesen aber mit Sonnenschein am Bodensee ausklingen lassen und die Abendstimmung genießen – fast wie Urlaub eben!
Das Puzzle wird vollendet
Archion teilt täglich unter dem Button „News“ mit, welche Bücher online gestellt wurden, so dass man den Verlauf verfolgen kann. Der Bestand der badischen Kirchenbücher wird in Kürze lückenlos online recherchierbar sein.
Anstandsregeln für Konfirmanden
Dieser Frage musste ein Konfirmand in den 1940er Jahren als Strafaufsatz nachgehen. Was man nicht tun sollte: sich „[…] wie eine Hammelherde stoßend und streitend, mit wildem Indianergeheul von der Kirche aus den Berg hinunter […]“ zu bewegen. Ein ruhiger Hinweg solle immerhin dabei helfen, sich auf den Unterricht vorzubereiten, sowie ein "gesitteter" Rückweg die Möglichkeit geben, über das Gesprochene nachzudenken.
Ob diese Einsicht auch für die restliche Konfirmandenzeit galt und entsprechend beachtet wurde, ist leider nicht überliefert. (LkA KA, 044. Konstanz–Wollmatingen, Nr. 45)
Anzahl der Onlinefindmittel von Nachlässen erheblich erweitert
- 150.012, Fink, Dr. Ernst Friedrich (1806-1863) – Pfarrer;
- 150.034, Fischer, Ernst (1862-1940) - Oberhofprediger, Kirchenrat;
- 150.022, Camerer, Johann Ludwig (1864-1944) – Dekan, Kirchenrat, Synodaler;
- 150.004, Bender, Heinrich (1869-1954) - Pfarrer, Vereinsgeistlicher der IM, Inspektor der Stadtmission Karlsruhe;
- 150.050, Klein, Dr. Paul (1871-1957) - Pfarrer, Kirchenrat;
- 150.089, Doerr, Emil (1882-1948) - Oberkirchenrat, Vorsitzender der Finanzabteilung beim EOK;
- 150.002, Heinsius, Prof. Dr. Wilhelm (1890-1967) - Pfarrer;
- 150.078, Meerwein, Adolf (1898-1969) - Pfarrer und Anstaltsleiter;
- 150.010, Schilling, Dr. Otto (1899-1940) - Pfarrer;
- 150.017, Schnebel, Diebold (1899-1969) - Pfarrer, Dekan;
- 150.005, Hof, D. Otto (1902-1980) - Kreisdekan,
Oberkirchenrat; - 150.102, Hammann, Gertrud (1910-1990) - Landesfürsorgerin, Geschäftsführerin des Frauenwerkes der Evang. Landeskirche in Baden;
- 150.058, Jaeger, Hans-Otto (1910-1997) - Pfarrer.
Findbuch Bestand '164., Pfarramtliche Urkunden und Druckschriften' online
Derartige kirchliche Urkunden und Druckschriften werden nicht selten auf Flohmärkten oder Versteigerungsplattformen angeboten. Oftmals in Nachlässen oder als „Dachbodenfund“ entdeckt, wird ihnen gemeinhin ein hoher intrinsischer Wert beigemessen. Aber ihr kirchen- und kunstgeschichtlicher Quellenwert wird bisweilen unterschätzt. Erst in jüngerer Vergangenheit hat man erkannt, dass sie sich hervorragend als Grundlage oder Bereicherung für Ausstellungen zu historischen oder theologischen Themenkomplexen eignen.
Entsprechend bemerkenswert ist daher dieser Bestand. In der Hauptsache beinhaltet er Muster von Tauf-, Konfirmanden-, Trau- und Patenurkunden/-bescheinigungen, die vom landeskirchlichen Hans-Thoma-Verlag Karlsruhe, welcher 2009 in die Liquidation ging, übergeben wurden. Zudem besteht er aus einer Sammlung Einzelstücke unterschiedlicher Provenienz, zumeist aus Privatbesitz oder auch aus Pfarrämtern, in denen Blankomuster, aber auch ausgefüllte und gerahmte derartige Schmuckscheine überliefert sind.
Im September 2012 wurde der Bestand von Tabea Mußgnug bearbeitet. Seitdem wurden die Zugänge der letzten Jahre fortlaufend erschlossen.
Der Bestand hat eine Laufzeit von 1786 (Nr. 182: Kopie!) bzw. 1850 bis 2000. Von den 526 Akten sind sieben Konfirmationsscheine mit Bildern hinterlegt (Nrn. 212-215. 239. 498. 514), die auch in dem Findbuch abgebildet sind, so dass der interessierte Leser eine gute Vorstellung davon erhält, welche Vielfalt dieser Bestand bereithält. Einsehbar ist er im Lesesaal unseres Archivs.
Einflussnahme auf den Religionsunterricht im Kirchenbezirk Ladenburg-Weinheim während des Nationalsozialismus
Heutzutage existiert in jedem Kirchenbezirk der Badischen Landeskirche ein Schuldekanat, das die Aufsicht über die Religionslehrer an den Schulen des Kirchenbezirks innehat. Früher allerdings oblag diese Aufgabe noch jedem Dekanat selbst. Der Dekan bildete mit den örtlichen Pfarrern oder Kirchenältesten eine Kommission und verabredete mit den Schulleitern Termine, an denen sie die Unterrichtsstunden der Lehrkräfte besuchen konnten. In vielen Orten erteilten die lokalen Pfarrer selbst Religionsunterricht und ergänzten das Lehrerkollegium.
Anhand der unlängst verzeichneten Akten des Dekanatsarchivs Ladenburg-Weinheim lassen sich diese Prüfungen für die unterschiedlichen Orte des Kirchenbezirks z.T. bis zu 200 Jahre zurückverfolgen. Auch die Zeit des Nationalsozialismus ist dokumentiert und spiegelt sich in den Unterlagen wider. Diese Phase der Geschichte der Evangelischen Kirche im Deutschen Reich war durch den „Kirchenkampf“ zwischen den NS-treuen „Deutschen Christen“ auf der einen und der „Bekennenden Kirche“ auf der anderen Seite geprägt.
Implizit geben auch die Prüfungsunterlagen für Religionslehrer an den Volksschulen in Weinheim Auskunft über die Beeinflussung des Religionsunterrichts und Glaubens durch den Nationalsozialismus.
Bis zum Ende der 1930er Jahre sollte die Einflussnahme immer weitreichender greifen. Jeglicher Unterrichtsinhalt, der dem Weltbild der Nationalsozialisten zuwider lief, sollte gegen „völkische“ Inhalte ausgetauscht oder ersatzlos gestrichen werden. In einem Erlaß vom 1. Juli 1937 forderte der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Bernhard Rust, dass vom „nationalsozialistischen Lehrer […] bei der Erteilung des Religionsunterrichts, insbesondere bei der Darstellung des Judentums, nichts verlangt wird, was den Grundsätzen des Nationalsozialismus zuwiderläuft.“ Insbesondere nach dem Tod des deutschen Botschafters in Paris, Ernst vom Rath, durch einen jüdisch-stämmigen Attentäter, den die Nationalsozialisten auch als Vorwand für die Judenpogrome vom 9. November 1938 nutzten, legten viele Religionslehrer den Unterricht ganz oder teilweise nieder. Im zweiten Fall wurde angegeben, dass das Alte Testament nicht mehr Teil des Lehrstoffes sein sollte, da es darin vornehmlich um das Judentum ging.
Der Oberkirchenrat in Karlsruhe seinerseits bat am 9. Dezember 1938 alle Geistlichen in Baden darum, Bericht über die Situation des Religionsunterrichts in ihren Städten und Dörfern an die Dekanate zu erstatten. Ein weiteres Rundschreiben vom 9. Januar 1939 stellte das Zwischenergebnis der Befragung als recht unterschiedlich für die badischen Kirchenbezirke dar: Auf der einen Seite stehen Mosbach oder Neckargemünd, wo über 70 Prozent der evangelischen Lehrkräfte zu einer Niederlegung des Religionsunterrichts gezwungen worden seien. Andererseits habe es aber auch Kirchenbezirke gegeben, in denen sich die Quote zwischen zwei und zehn Prozent bewegte. In absoluten Zahlen ausgedrückt, hätten von 1465 Lehrern 507 den Unterricht komplett niedergelegt, 486 würden auf das Alte Testament verzichten und 505 würden ihn ohne Einschränkungen erteilen.
Die Position der Landeskirche zu dem Thema wurde in einem Rundbrief vom 30. November 1938 bereits verdeutlicht, als die vom Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) „planmäßig vorbereitete und durchgeführte Bewegung“ verurteilt wurde. „Wir enthalten uns eines Urteils darüber, in welchem Maße die Ablehnung der Erteilung des Religionsunterrichts ‚freiwillig‘ erfolgte.“ In einem Schreiben vom 9. Januar 1939 wurde die Haltung der Landeskirche und der Auftrag an die Geistlichen erneut klar formuliert: „Grundsatz muss sein: Sicherung des geordneten Religionsunterrichts an den Volksschulen! Ohne Not ist keine Position aufzugeben!“
Für den Kirchenbezirk Ladenburg-Weinheim sah die Situation so aus, dass in fast jedem Ort Lehrkräfte zwischen November 1938 und April 1939 den Religionsunterricht ganz oder teilweise niederlegten. Lediglich für Lützelsachsen lässt sich aus der Akte nicht erkennen, dass die dortigen Lehrer den Unterricht verweigerten. Die Einflussnahme des NSLB war mitunter ebenfalls deutlich spürbar: Pfarrer Hugo Engler aus Ilvesheim teilte im Dezember 1938 mit, dass drei der vier Lehrkräfte auf Ersuchen des NSLB den Unterricht niedergelegt hätten und auch aus Laudenbach teilte Pfarrer Erwin Schenck mit, dass „die Gründe [für die Niederlegung] bekannt sein dürften“. In Steinklingen nahe Oberflockenbach musste im Januar 1939 sogar der gesamte Schulunterricht für das restliche Schuljahr aufgehoben werden.
Die Geistlichen waren also zum Teil in erheblichen Maß dazu gezwungen, die Vermittlung des Religionsunterrichts zu übernehmen. Besonders in Weinheim war die Lage angespannt, da an den drei Volksschulen zeitweise 20 Lehrer den Unterricht verweigerten. Die drei Pfarrer errechneten, dass sie im Schuljahr 1939/40 111 Wochenstunden zu erteilen hätten. Der Religionsunterricht an anderen Schulformen, die es in Weinheim neben den Volksschulen noch gab, war darin noch nicht berücksichtigt, sei aber aufgrund der Personalsituation nicht zu realisieren. Wenig hilfreich war, dass die staatliche Schulbehörde sich gegen eine Reduzierung der Wochenstunden pro Klasse in Weinheim aussprach und den Unterricht zudem nur auf die ersten und letzten Schulstunden legen wollte, wodurch die anderen Arbeitsaufgaben der Pfarrer noch weiter eingeschränkt würden.
Eine Entspannung der prekären Personallage für den gesamten Kirchenbezirk lässt sich aus der Akte nicht mehr ermitteln. Bis zum letzten Schreiben vom 1. Mai 1939 trat sie noch nicht ein, aber da bereits vier Monate später mit dem Angriff auf Polen der II. Weltkrieg ausbrechen sollte, ist anzunehmen, dass sich an der Situation nichts geändert haben dürfte. (Vgl. insgesamt LkA KA, 043. Ladenburg-Weinheim, Nrn. 306. 835)
Von außergewöhnlichen Funden und Fernsehaufnahmen – Team Nord auf Bezirksbereisung
Nach der ersten Bereisung des Kirchenbezirks Wertheim durch Team Nord im Herbst letzten Jahres liegt nun ein Großteil der bearbeiteten Archive vor. Diese erhielten die Kirchengemeinden nun zurück.
Anfang Juni machte sich also das Team Nord mit einem voll beladenen Transporter nach Wertheim auf. Am Ende des ersten Tages war der gesamte Laderaum bis auf gefaltete Umzugskartons und zwei Sackkarren leer und somit bereit, erneut beladen zu werden. Noch am Anfahrtstag begann das Team damit, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen: Der „Arbeitsalltag“ einer Bezirksbereisung begann.
Auch wenn sich die Tätigkeiten während eines Pfarrarchivbesuchs mehr oder minder gleichen, hierzu zählt beispielsweise die Trennung zwischen relevanten und irrelevanten Schriftgut – in der Fachsprache Bewertung genannt - sowie die Besichtigung der Räumlichkeiten im Hinblick auf ihre Eignung als Lagerungsort von Archivgut, so gilt dies nicht für die Verhältnisse innerhalb eines Pfarrarchivs. Auf jede Pfarrgemeinde muss sich das Team neu einstellen. In manchen Fällen existieren bereits (begonnene) Findbücher – Hilfsmittel zur Auffindung von Schriftgut -, in anderen steht das Team einer teilweise Jahrhunderte umfassenden unbearbeiteten Kirchengeschichte gegenüber.
Über diese und andere Aspekte ihrer Arbeit sprach das Team am zweiten Tag seines Wertheimaufenthaltes. „Licht an, Kamera läuft!“ hieß es in einem Biergarten vor der beschaulichen Kulisse des Klosters Breitenbronn.
Während eines Interviews beantworteten die drei MitarbeiterInnen einem Filmteam, welches im Auftrag der Landeskirche einen Film über das Projekt drehte, bei strahlendem Sonnenschein alle an sie gestellten Fragen. Doch dabei blieb es nicht: Im Rahmen der anschließenden Besichtigung hatte das Produktionsteam die Möglichkeit, Team Nord über die Schulter schauen – oft nicht ohne ein gewisses künstlerisches Augenzwinkern.„Archivare – Sind das nicht diese Menschen, die im Keller mit alten Schriften arbeiten?“ In der öffentlichen Wahrnehmung ist das Berufsbild weitgehend mit falschen Vorstellungen und Klischees – die Spannweite reicht von der grauen Maus bis zum Indiana Jones des Archivguts - verbunden.
Doch wie die vergangene Bezirksbereisung zeigte, bestätigen Ausnahmen die Regel. Zum einen wurden die Projektmitarbeiter in einer Gemeinde von einem Pfarrer auf dessen Fund – einer Schatztruhe ähnelnden Holzkiste – aufmerksam gemacht. In dieser Truhe befanden sich allerlei Schriftstücke, die nun auf ihre genauere Betrachtung warten. Eine weitere „abenteuerliche“ Entdeckung machte eine andere Pfarrgemeinde: Im Zuge von Lichtinstallationen im Keller kamen in einem Holzschrank alte Rechnungen zum Vorschein. Die in Vergessenheit geratenen Akten legte das Pfarramt den MitarbeiterInnen in einer Plastiktüte vor. Zum Vorschein kam stark verschmutztes Schriftgut, welches vor seiner Archivierung mittels eines Latexschwamms gereinigt werden muss. Diese Geschichten werden dem Team sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben.Nach vier Tagen fuhr ein bis obenhin mit Umzugskisten beladener Sprinter auf den Parkplatz der Paul-Gerhardt-Gemeinde Karlsruhe vor. Nun heißt es: Erschließung der Bestände. Welche interessanten Schriftstücke Team Nord dabei entdeckt? Wir halten Sie auf dem Laufenden.Not lehrt beten – Feldpostbriefe Offenburger Soldaten im Pfarrarchiv der Stadtkirchengemeinde
In solcher Zeit aber legt man wohl auch gerne einmal das Ohr an den Herzschlag der jungen Generation, die aus den Urgründen des Seins emporstieg.“
Mit diesen Worten beginnt das Sammelwerk von Erich Krumm (1893-1981). Krumm war in den 1930/40er Jahren Lehrer am Offenburger Schiller-Gymnasium und Jugendleiter in der evangelischen Kirchengemeinde. Daher gibt sind im Archiv der Stadtkirchengemeinde auch Unterlagen von ihm überliefert.
Als Lehrer sammelte Krumm die Feldpost seiner ehemaligen Schüler aus dem 2. Weltkrieg, tippte sie ab und vereinte sie zu einem Werk. Dies geschah sicherlich auch aus persönlichen Gründen, da sein eigener Sohn unter den Gefallenen war, was man der Widmung entnehmen kann: „Dies Büchlein widme ich dem Gedächtnis meines toten Sohnes“ und „Deutscher Jugend zum Gedächtnis, ein Denkmal aus Dankesschuld“.Da Prof. Erich Krumm die Briefe nach den Schreibern sortiert hat, wird eindrucksvoll gezeigt, wie sich die Sicht der Jugendlichen während der Fronteinsätze veränderte und sie in den schlimmsten Stunden ihres Lebens zu Gott beteten und Trost bei den Feldseelsorgern suchten, aber auch die Ruhe der Heimat zu schätzen lernten.Im Jahre 2005 veranstalteten die Kirchengemeinde und das Stadtarchiv Offenburg eine Ausstellung im Museum im Ritterhaus zur 60jährigen Wiederkehr des Kriegsendes mit dem Titel „BRIEFE AUS DEM KRIEG. Junge Offenburger schreiben an ihren Lehrer Erich Krumm“.
Offenburger Gottesdienstbesuch um 1850 von „sehr fleißig“ bis „gar nicht“
Offensichtlich hat Offenburg als ein genuin katholischer Ort die Evangelischen ihrer Konfession und Praxis pietatis besonders bewusst sein lassen. Daher verwundert es nicht, dass der Kirchenbesuch als überwiegend „sehr fleißig“ beurteilt wurde, während die Spalten „fleißig“, „ziemlich“ und „gar wenig“ sich etwa die Waage halten. „Gar nicht“ hat die wenigsten Einträge, wenngleich das ja eigentlich den Ausfall eines Gottesdienstes mangels Beteiligung bedeutet.
Leider erschließt es sich nicht, ob jeder Strich einen Gottesdienst der Offenburger Gemeinde in den Anfangsjahren bedeutet. Die Anzahl der Striche lässt aber vermuten, dass der Gottesdienstbesuch eines Kirchenjahres beurteilt wurde.Die Wahrheit liegt im Archiv! Warum Archivpädagogik für die Wahrheitsfindung wichtig ist
Warum sind Archive heute, im Zeitalter der schnellen Informationsbeschaffung, wichtig? Dieser aktuellen Frage ging die 20. Karlsruher Tagung für Archivpädagogik am 22. März 2019 auf vielfältige Weise unter dem Titel „Fake oder Fakt? Wahrheitsfindung im Archiv“ nach. Zum zweiten Mal nahm das Landeskirchliche Archiv den nachmittäglichen Markt der Möglichkeiten wahr, um mit LehrerInnen, Institutionen und anderen Archiven zum Thema Archivpädagogik in Kontakt zu treten. Der Vormittag mit dem Einführungsvortrag „Mit Akten gegen Fake-News“ sowie drei Workshops regte zum Austausch an und gab Einblick in die Konzepte anderer Institutionen.
Auf dem Markt der Möglichkeiten thematisierte das Landeskirchliche Archiv die Problematik von Fake oder Fakt anhand eigener Bestände. Interessierte versuchten sich an der Interpretation zweier Fotos, die ohne Angaben für den Beleg alternativer Fakten genutzt werden könnten. Wer denkt nicht beim Anblick junger, weiß gekleideter Mädchen an eine Kommunion? Nicht wenige Teilnehmer waren überrascht, dass die Kinder anlässlich der Grundsteinlegung einer Kirche feierlich angezogen waren. Ein Roll-Up mit einem angeblichen Zitat Martin Luthers („Wo der Geist des HERRN ist, da ist Freiheit“) problematisierte die praktizierte Methode des sprichwörtlichen „Worte-in-den-Mundlegens“. Es handelt sich in Wahrheit um einen Bibelvers (2. Kor. 3,17).Neben der thematischen Anlehnung erhielten die Besucher mittels Informationsbroschüren und der Projektion des Blogs des Landeskirchlichen Archivs einen Einblick in dessen Arbeit.
Wir blicken auf einen ereignisreichen Tag mit fruchtbarem Austausch zurück und freuen uns, wenn aus den Gesprächen Schülerbesuche oder Projekte folgen.Letzter planmäßiger Import badischer Kirchenbücherer bei Archion
„Das Gegenteil von gut …
Unser Archiv ist am 22. März auf dem Markt der Möglichkeiten vertreten
Auf diesem Markt stellen neben Archiven auch Museen, Schulen und weitere Kultureinrichtungen ihre pädagogischen Angebote vor, präsentieren Materialien und Projekte zum Tagungsthema 'Fake oder Fakt? Wahrheitsfindung im Archiv' und stehen für Gespräche zur Verfügung.
Fundstücke im Archiv: Gefallene des II. Weltkriegs
Im Kampf um Nassig, ein Ort im Nordosten Badens, der seit dem 1. Januar 1972 Teil der Großen Kreisstadt Wertheim ist, sind am 30. und 31. März 1945 insgesamt 34 deutsche Soldaten in einem Feuergefecht mit der amerikanischen Artillerie gefallen. Eine kleine Kampfgruppe kam von einem Einsatz in Nassig und sollte bei Eichel mit einem Fischer-Schelch (ein größerer Kahn) über den Main setzen, als plötzlich die amerikanische Artillerie das Feuer auf die Gruppe eröffnete. Ein Bericht des Postoberinspektors K. Treu, der als Grenadier im 42. Inf.-Ersatz-Bataillon aus Ansbach eingesetzt war, gibt detaillierte Auskunft, welchen Verlauf dieser Kampfeinsatz nahm.
Zunächst sollte die Einheit in den Westerwald marschieren, um dort für Kampfhandlungen noch weiter ausgebildet zu werden. Ihre Ausrüstung wie Panzerfäuste, Maschinen- und Sturmgewehre wurden von Bauern mit Pferdegespannen transportiert. Es wurde überraschend gemeldet, dass Einheiten der Amerikaner bereits vorstießen. Die Kampfgruppe des Berichterstatters wurde dem Gelände außerhalb des Friedhofs zugeteilt. Die Soldaten gruben sich in Panzerdeckungslöcher ab und konnten mit Panzerfäusten zunächst zwei Panzerfahrzeuge abschießen und die amerikanische Einheit zu einem Rückzug bewegen. Daraufhin begann die Artillerie, Nassig zu beschießen und nach dem Ende des Beschusses mit Infanterie das Dorf anzugreifen. Der Angriff konnte erneut abgewehrt werden. Am nächsten Tag jedoch griffen die Amerikaner mit starkem Artilleriefeuer und Panzerunterstützung erneut an und die deutsche Kampfgruppe konnte dem nichts entgegensetzen. Wertheim wurde eingenommen und der Berichterstatter konnte sich mithilfe Zivilkleider bei den Amerikanern melden und entging der Kriegsgefangenschaft.
50 Jahre später, am 31. März 1995, spricht Georg Hatt als Veteran der 12. US-Panzer-Divison „Hellcats“ im Zuge der Gedenkfeier auf dem Nassiger Friedhof über die Versöhnung mit dem ehemaligen Feind: „Wir waren Feinde, weil unsere Regierungen sich im Krieg befanden, doch heute ist die Situation ganz anders: Wir sind Freunde und Verbündete.“ Des Weiteren rief Hatt dazu auf: „die Bemühungen unserer Nationen für Frieden und Freundschaft zu unterstützen.“
Nachlass der Pfarrerin und Frauenhistorikerin Hilde Bitz ist nutzbar
1929 in Mannheim geboren, erlebte Hilde Bitz den 2. Weltkrieg als Schülerin und wurde nach einem schweren Bombenangriff im Zuge der Kinderlandverschickung nach St. Blasien gebracht. Nach Kriegsende konnte Hilde Bitz das Liselotte-Gymnasium in Mannheim besuchen und dort 1949 das Abitur ablegen. Geprägt durch ihren Religionsunterricht bei Dr. Doris Faulhaber hegte sie den Wunsch, Theologie zu studieren – in einer Zeit, in der das Pfarramt Frauen noch verwehrt war. Unterstützt und ermutigt durch Faulhaber, mit der sie eine mehr als vier Jahrzehnte überdauernde „Lebens-, Arbeits- und Wohngemeinschaft“ (Hilde Bitz an Irmtraud Bankes, 16.09.2008; Nr. 378) verbinden sollte, studierte Hilde Bitz von 1949 bis 1954 evangelische Theologie an der Universität Heidelberg. Nach dem Besuch des Praktisch-theologischen Seminars in Heidelberg trat sie 1955 ihre erste Stelle als Religionslehrerin in Mannheim an.
Nach dem Tod von Doris Faulhaber (1991) begann Hilde Bitz mit ihrer kirchenhistorischen und frauengeschichtlichen Forschungstätigkeit. Sie verfasste u.a. für das „Lexikon früher evangelischer Theologinnen“ mehr als 45 Artikel. Zahlreiche Aufsätze erschienen im Jahrbuch für badische Kirchen- und Religionsgeschichte und in den ‚Lebensbildern aus der Evangelischen Kirche in Baden‘. Bitz steuerte Beiträge zu Festschriften bei und hielt regelmäßig Vorträge. Völlig zu Recht beschreibt sie Hans-Georg Ulrichs als „Nestrix der badischen kirchlichen Frauengeschichte“.
Am 23. Juli 2017 verstarb Hilde Bitz im Alter von 87 Jahren in Mannheim. Am 1. August 2017 wurde sie auf dem Mannheimer Hauptfriedhof im gemeinsamen Grab mit Doris Faulhaber beigesetzt.
Im Rahmen ihrer Forschungsarbeit machte Bitz immer wieder die Erfahrung, wie mühsam Informationen zuweilen zusammengetragen werden müssen. Und nicht selten erlebte sie, dass verlässliche Quellen nicht (mehr) zur Verfügung standen und begonnene Recherchen nicht zu Ende geführt werden konnten. Es war ihr ein Bedürfnis, die Ergebnisse ihrer Forschungstätigkeit nachfolgenden Generationen leicht zugänglich zu machen.
So bilden Rechercheunterlagen und Dokumente zur Geschichte der badischen Theologinnen Hauptbestandteile ihres Nachlasses. Aber nicht nur ihre eigenen Publikationen und Vortragsmanuskripte, sondern auch zahlreiche Arbeiten zur Theologinnengeschichte anderer Verfasser*innen, darunter einige unveröffentlichte Werke, sind überliefert. Neben der Theologinnengeschichte befasste sich Bitz mit der (Kirchen-)Geschichte des Nationalsozialismus.
Unterlagen zum Konvent evangelischer Theologinnen in der Bundesrepublik Deutschland und dem badischen Theologinnenkonvent zeugen von ihrem kirchenpolitischen Interesse und Engagement. Des Weiteren finden sich im Nachlass dienstliche Unterlagen, wie z.B. Material zum Weltgebetstag und zur ökumenischen Bibelwoche, Fotos und einige wenige Predigten. Umfangreich ist jedoch die erhaltene Korrespondenz.
Der Nachlass von Hilde Bitz ist mit einem Onlinefindbuch recherchierbar und kann im Lesesaal des landeskirchlichen Archivs in Karlsruhe eingesehen werden.Suche Frieden und jage ihm nach! Die diesjährige Jahreslosung ...
Manuskript des Ortsfamilienbuches Wolfartsweier übergeben
Dieses Werk findet seinen Platz in der Präsenzbibliothek des Lesesaals und ist damit fortan einer breiten Leserschaft vor Augen und zugänglich. Berichtigungen und Ergänzungen können dem Autorenteam mitgeteilt werden, denn erst in einem weiteren Schritt ist es angedacht, dieses Manuskript in den Druck zu geben.
Über das Findmittel zu den Ortssippenbüchern in der Präsenzbibliothek unseres Archivs, das wir als PDF auf unsere Website gesetzt haben ist, ist der Bestand dieses Buches online recherchierbar.
Vom Umgang mit finanziellen Nachlässen
Im Brief einer Verwandten Doris Faulhabers kam dabei ein kurioser Fund zum Vorschein: ein 100-DM-Schein. Da die Verfasserin nicht zur Beerdigung anreisen konnte, hatte sie Hilde Bitz gebeten, mit dem beigelegten Schein eine Blumenschale für das Grab zu besorgen. Diese sollte aufgestellt werden, sobald das Grab abgeräumt war. Es ist anzunehmen, dass dieser Wunsch in den Wochen nach der Beerdigung einfach unterging. Der 100-DM-Schein jedenfalls befand sich noch immer im Briefumschlag.
Nach dem Umtausch bei der Bundesbank konnte sein Zweck aber zu Weihnachten 2018 endlich erfüllt werden. Von dem Betrag wurde ein Weihnachtsbäumchen gekauft, das das inzwischen gemeinsame Grab von Doris Faulhaber und Hilde Bitz (+ 2017) zum Fest schmückte.Die Evangelische Akademie Baden – neuer Bestand erschlossen
Die Arbeit der Evangelische Akademie Baden hat vor diesem Hintergrund eine besondere gesellschaftliche Relevanz. Seit ihrer Gründung im Juni 1947 hat sie sich auf die Fahnen geschrieben, solche Gelegenheiten und Orte zu schaffen, um den gesellschaftlichen Dialog zu fördern und aktiv mitzugestalten. Mittel zum Zweck sind Veranstaltungen aller Art, Tagungen, Seminare, Vorträge usw., die von den MitarbeiterInnen der Akademie organisiert und durchgeführt werden. Welche Veranstaltungen das in der Vergangenheit gewesen sind, welche unterschiedliche Personenkreise teilgenommen haben und wie sich Themen und Schwerpunkte im Laufe der Zeit gewandelt haben, das alles lässt sich an dem neu erschlossenen Bestand [066.02] ablesen, der seit Kurzem im Landeskirchlichen Archiv Karlsruhe zur Nutzung zur Verfügung steht. Er beleuchtet schlaglichtartig alle Phasen der Akademiearbeit in Baden seit der Gründung bis in die jüngere Vergangenheit. Das Findbuch zu Bestand 066.02 kann als PDF-Datei eingesehen werden. Der Bestand ergänzt die bereits vorhandene Überlieferung zur Badischen Akademiearbeit [066.01], für die eigens ein Bewertungskonzept entwickelt wurde, das archivfachlichen Anforderungen genügt. Die Unterlagen der Akademie sollen in Zukunft einheitlich nach diesem Konzept im Hinblick auf ihre Archivwürdigkeit bewertet und ggf. ins Archiv übernommen werden. Weitere Zuwächse des Akademie-Bestandes werden also folgen.









![Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe Erste eite Protokollbuch ThStH HD [120.09., Nr. 4]](https://www.archiv-ekiba.de/im/img/5StHYI-LbSrXmS-LWn6lWev3Y2BDmSlRbIJDbVvgYSjX5fO1mfCpmFlHYK3D_Rv3_IOcmfYLYIDg5FB3JFrH5SxLW0jA_KrHJFrA_MCLJFv1bKlgY2rpmhvQmMOQmhvc5hvbWnZdap6jaDvAb2ZufGBJaIHd5d/s,x,250,y,250/f,w/1._seite_protokollbuch_thsth_hd_[120.09.__nr._4].webp)
![Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe Gedicht Adventsfeier ThStH HD (1973) [120.09.,Nr. 61]](https://www.archiv-ekiba.de/im/img/5StHYI-LbSrXmS-LWn6lWev3Y2BDmSlRbIJDbVvgYSjX5fO1mfCpmFlHYK3D_Rv3_IOcmfYLYIDg5FB3JFrH5SxL5KrXmSOcJhv35M5Db2BG5IrH5fCAJF3GJF3AmFBAfG-jOGOAfRglWp6uWsXufKjEaD7KWrQum2o2/s,x,250,y,250/f,w/gedicht_adventsfeier_thsth_hd__1973__[120.09._nr._61].webp)




![Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe Ökumen. Gebet Sardinien (20.08.1972) [075.,Nr.30]](https://www.archiv-ekiba.de/im/img/5StHYI-LbSrXmS-LWn6lWev3Y2BDmSlRbIJDbVvgYSjX5fO1mfCpmFlHYK3D_Rv3_IOcmfYLYIDg5FB3JFrH5SxLbKr1JSRDbVjA5KrV5fBA_KhE5FDumSrufR7EWexdkexlkn_EfRvbWs_RaDvu_VxGWhQum2o2/s,x,250,y,250/f,w/oekumen._gebet_sardinien__20.08.1972__[075._nr.30].webp)

![Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe Plakat Ramstein (1988) [159.,Nr. 420]](https://www.archiv-ekiba.de/im/img/5StHYI-LbSrXmS-LWn6lWev3Y2BDmSlRbIJDbVvgYSjX5fO1mfCpmFlHYK3D_Rv3_IOcmfYLYIDg5FB3JFrH5SxL_Fl3mKhQf8C3bfOQ5SDufR7lknwxfRvbWnyjaDvu_VjAOsZdf0jq_F_/s,x,250,y,250/f,w/plakat_ramstein__1988__[159._nr._420].webp)
![Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe Bündel Briefe von Joh. Diemer mit den Kindern [150.118]](https://www.archiv-ekiba.de/im/img/5StHYI-LbSrXmS-LWn6lWev3Y2BDmSlRbIJDbVvgYSjX5fO1mfCpmFlHYK3D_Rv3_IOcmfYLYIDg5FB3JFrH5SxLY2rDbIBDbhvV_IDD5IrAJIvufKHLmejA5FDDbSrEfKRHJhvX5SjAmKDu5FrEbDvbWnydap-lkhQum2o2/s,x,250,y,250/f,w/buendel_briefe_von_joh._diemer_mit_den_kindern_[150.118].webp)
![Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe Studienreise nach England und Schottland [150.118]](https://www.archiv-ekiba.de/im/img/5StHYI-LbSrXmS-LWn6lWev3Y2BDmSlRbIJDbVvgYSjX5fO1mfCpmFlHYK3D_Rv3_IOcmfYLYIDg5FB3JFrH5SxL_8BR5FDDb2CDmfODfKj3YK3A5Sj2bFhu5hvRbIBA_KOcb8BQbFhu5hvbWnydap-lkhQum2o2/s,x,250,y,250/f,w/studienreise_nach_england_und_schottland_[150.118].webp)
![Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe Enogrin [150.107,Nr. 18]](https://www.archiv-ekiba.de/im/img/5StHYI-LbSrXmS-LWn6lWev3Y2BDmSlRbIJDbVvgYSjX5fO1mfCpmFlHYK3D_Rv3_IOcmfYLYIDg5FB3JFrH5SxL5SjL58CHbDvbWnydap-dORvu_VjAWn3JaIHd5d/s,x,250,y,250/f,w/enogrin_[150.107_nr._18].webp)
![Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe Papierknappheit Brief an Hellmut [150.107,Nr.12]](https://www.archiv-ekiba.de/im/img/5StHYI-LbSrXmS-LWn6lWev3Y2BDmSlRbIJDbVvgYSjX5fO1mfCpmFlHYK3D_Rv3_IOcmfYLYIDg5FB3JFrH5SxL_FhdmSrEmKj3_Moc5SDQfKCEmSrIfKhufK3DbFltJfBASG-RWexlWsJAb2ZuWnCJaIHd5d/s,x,250,y,250/f,w/papierknappheit_brief_an_hellmut_[150.107_nr.12].webp)
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![Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe Skizze zum Tode von Sohn Daniel bei Rschew [150.107,Nr.20]](https://www.archiv-ekiba.de/im/img/5StHYI-LbSrXmS-LWn6lWev3Y2BDmSlRbIJDbVvgYSjX5fO1mfCpmFlHYK3D_Rv3_IOcmfYLYIDg5FB3JFrH5SxL_KtHN2HDf8HRbrvQbKBDf85LbDvGbK3ufKB3bIDDbhvV5SDA_2OpmFr8fRglOn6uWn68fKjEapZdf0jq_F_/s,x,250,y,250/f,w/skizze_zum_tode_von_sohn_daniel_bei_rschew_[150.107_nr.20].webp)


















![Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe Beschrifteter Konfirmationsschein (1897) [164.,Nr.212]](https://www.archiv-ekiba.de/im/img/5StHYI-LbSrXmS-LWn6lWev3Y2BDmSlRbIJDbVvgYSjX5fO1mfCpmFlHYK3D_Rv3_IOcmfYLYIDg5FB3JFrH5SxLYIrGYK3EmS5Q5fBD_Dv1bKjImfCtYfBHbKjG_KOc5SDufR7lksX8fRvbWnYQaDvu_VxEWnCJaIHd5d/s,x,250,y,250/f,w/beschrifteter_konfirmationsschein__1897__[164._nr.212].webp)

















![Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe Bitz,Hilde (1959) [PA Bd. I in RG]](https://www.archiv-ekiba.de/im/img/5StHYI-LbSrXmS-LWn6lWev3Y2BDmSlRbIJDbVvgYSjX5fO1mfCpmFlHYK3D_Rv3_IOcmfYLYIDg5FB3JFrH5SxLYIDQNDvcmSlX5rvAWnXRkrvAS8o3fKCXaDvHfKDuf8C2f0jq_F_/s,x,250,y,250/f,w/bitz_hilde__1959__[pa_bd._i_in_rg].webp)

![Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe Predigt Friedenslinde (15.10.1983) [044. Stockach, Nr. 88]](https://www.archiv-ekiba.de/im/img/5StHYI-LbSrXmS-LWn6lWev3Y2BDmSlRbIJDbVvgYSjX5fO1mfCpmFlHYK3D_Rv3_IOcmfYLYIDg5FB3JFrH5SxL_MCD5FD2JhvI_IDD5Fru_KlHbIBDfR7lO0xlWexlknwGfRvbWszQaDvGJFvpmKhpmhvAb2ZufGwxf0jq_F_/s,x,250,y,250/f,w/predigt_friedenslinde__15.10.1983__[044._stockach__nr._88].webp)







