Blog-Archiv 2015

 

Archiv der Gemeinde Mannheim-Trinitatis erschlossen

Johanna Schauer-Henrich schrieb am 18.12.2015
Trinitatiskirche um 1800.
Trinitatiskirche in den 1960er Jahren.

Ab sofort steht allen interessierten NutzerInnen das Archiv der Gemeinde Mannheim Trinitatis im Lesesaal des Landeskirchlichen Archivs Karlsruhe zur Verfügung. Das Archiv wurde 2009 von der Gemeinde im Zuge einer Umstrukturierung nach Karlsruhe abgegeben und konnte nun endlich geordnet und verzeichnet werden. Der Bestand hat eine Laufzeit von 1854 bis 2009. Er umfasst 225 Verzeichnungseinheiten in 21 Boxen (insg. 2,1 lfd. Meter).

Übrigens: Die alte Trinitatiskirche wurde als lutherische Kirche von 1706 bis 1709 in der Mannheimer Innenstadt gebaut. Vorher teilten die Mannheimer Lutheraner sich ein Gotteshaus mit den Reformierten. Über 200 Jahre prägte die Trinitatiskirche das Stadtbild Mannheims. Im September 1943 wurde sie in einem Bombenangriff zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zunächst eine hölzerne Notkirche errichtet. 1956 war es schließlich soweit: Am 30. September fand die Grundsteinlegung für den Neubau statt. Das Gebäude wurde nach Plänen von Helmut Striffler errichtet und 1959 eingeweiht. Es besteht aus Beton, Eisen und Glas und ruft bis heute sehr unterschiedliche Reaktionen beim Betrachter hervor, von großer Begeisterung bis entschiedener Ablehnung. Seinerzeit war es auf jeden Fall hochmodern. Weltweit entstanden ähnliche Bauten. Heute wird die Kirche aus Kostengründen nicht mehr von der Gemeinde genutzt und verwaltet. Aufgrund der architektonischen Bedeutung kommt ein Abriss aber nicht in Frage. Das Gebäude befindet sich immer noch im Besitz der Evangelischen Landeskirche in Baden. Zurzeit werden Ideen gesammelt, um den Kirchenbau wieder einer angemessenen Nutzung zuzuführen. Bau und Einweihung der neuen Trinitatiskirche sind im Bestand des Gemeindearchivs umfassend dokumentiert.

 

Das Pfarrarchiv Wössingen ist erschlossen!

Dr. Tabea Mußgnug schrieb am 15.12.2015

Im November wurde das Pfarrarchiv Wössingen erschlossen. Was da nicht alles auftauchte: Schicksale aus der Zeit der Weltkriege, das harte Leben auf dem Lande zu Urgroßmutters Zeiten, Einblicke in die Arbeit der Dorfschwestern und die Anfänge der Kindergartenarbeit, lustige Begebenheiten aus dem Dorfleben und Konfirmandenanekdoten aus der Jahrhundertwende, als Dorfjungen, die unerlaubt Orgel spielten, noch zur Strafe den Katechismus auswendiglernen mussten. Wenn man ein Pfarrgemeindearchiv erschließt, lernt man ein Dorf kennen und fängt an, die Straßen vor sich zu sehen, wie sie vor hundert Jahren vielleicht ausgesehen haben. In Wössingen gab es viel zu erschließen - insgesamt wurden es 56 Archivboxen mit einer Laufzeit von 1699 bis 2001.

 

Pfarramtssekretärinnen zu Besuch im Archiv

Mareike Ritter schrieb am 18.11.2015

Am 10.11.2015 nahmen 15 Pfarramtssekretärinnen, 2 Bufdis und Dekan Hans Scheffel aus dem Kirchenbezirk Kraichgau an einer Führung durch das Archiv teil. Die BesucherInnen erhielten Einblick in die Arbeit der Archivare und der Restauratorin, sahen den Unterschied zwischen einem alten und einem neuen Magazin und bestaunten unter anderem die Siegelsammlung. Von Interesse war auch die Unterbringung der Kirchenbücher, die die Pfarrgemeinden als Depositum dem Landeskirchlichen Archiv übergeben können.

Pfarramtssekretärinnen werden durch das Magzin geführt

Interessiert verfolgten die BesucherInnen den Ausführungen von Frau Ritter zum Konzept der passiven Klimatisierung des neuen Magazins.

 

In Kirchenbüchern entdeckt ...

Heinrich Löber schrieb am 4.11.2015
In dem Taufbuch Leutesheim 1736 – 1797 findet man ein Gedicht von Hans Georg Zier, welches er seiner Patentochter, Anna Catarina Hummelin, zu ihrer Taufe am 25. Februar 1788 geschrieben hat, und das an den Eintrag geheftet wurde. Es spiegelt die Frömmigkeit jener Zeit wider und äußert den innigen Wunsch des Paten für ein gottgefälliges Leben seines Patenkindes:
 
"Du bist O Liebes Kindt
Auf Christi Todt getauft
der dich mit seinem Blut
hat von der Höll Erkauft.
des zur Erinnerung und stedem
angedenken
Hab ich nach deiner Tauf
dir dieses wollen schenken.
Wachs auf zur Gottes Ehr
und deiner Eltern Freud
zu deines Nächsten Nütz
und deiner Seeligkeit
Das wann hier mit Gott
gelitten hast auf Erden
du endlich auch mit ihm
Gekrönnest mögest werden
Getauft zu Leutesheim
zu der Evangelischen Kirch
den 25 Hornung
im jahr 1788
und hast den
Nahmen bekomen
Ana Catarina Humelin
Solches wünscht
dein getreuer Geffätter [Gevatter]
Hanß Georg Zier"
 
 

Im Kirchenbuchportal ist unsere Landeskirche stark vertreten!

Heinrich Löber schrieb am 30.10.2015

Seit einem knappen Dreivierteljahr ist das Kirchenbuchportal www.archion.de im Livebetrieb. Dort kann sich jeder Interessierte registieren und gegen Gebühr Einsicht in die Bücher nehmen. Vor einer Anmeldung sollte man natürlich prüfen, ob die in Frage kommende Landeskirche beteiligt ist und die gesuchten Kirchenbücher einer Gemeinde bereits einsehbar sind.

Suchfunktion im Kirchenbuchportal mit Anzeige der beteiligten Landeskirchen und ihrer Archive sowie der online gestellten Kirchenbücher einzelner Gemeinden.

Die Evangelische Kirche in Baden ist von Anbeginn an diesem großen Projekt beteiligt gewesen und leistet mit hohem Aufwand seit etlichen Jahren hierfür die nötigen Vorarbeiten. Mit knapp Zweidritteln ihrer Kirchenbücher ist sie im Portal überdurchschnittlich gut vertreten. Vor allem die Kirchenbücher der nord- und mittelbadischen Gemeinden sind online einsehbar. Es handelt sich dabei um die Kirchenbücher der Filmnummern 1 bis 806. Einen Überblick über die Gesamtüberlieferung kann man sich über das Findmittel zu den verfilmten Kirchenbüchern unserer Landeskirche verschaffen, welches wir als PDF-Dokument auf unsere Website gestellt haben: http://www.ekiba.de/html/content/familienforschung808.html.

In Zahlen ausgedrückt: 4539 Kirchenbücher (bis zum Jahre 1870 und teilw. auch darüber hinaus) sind nun an das Portal geliefert. Bei 74 Kirchenbüchern dieses Bestandes müssen noch Korrekturen vorgenommen werden, bevor auch sie an die Kirchenbuchportal GmbH geliefert werden können. Weitere knapp 1000 Kirchenbücher (der Filmnummern 806 bis ca. 950) werden in den nächsten Wochen folgen, bevor die restlichen 1900 Kirchenbücher auf eine Prüfung für eine Veröffentlichung warten.

Insgesamt wird mit einem Abschluß der Onlineveröffentlichung der badischen Kirchenbücher Ende des Jahres 2016 gerechnet.

Ist ein Besuch in unserem Archiv noch anzuraten? JA, denn im Vergleich zu einer Recherche am häuslichen PC bietet unser Archiv die für genealogische Forschungen wichtigen Sekundärquellen (436 badische Familienbücher), einschlägige Sekundärliteratur (ca. 300 badische evangelische Ortssippenbücher) und einen Teil der Originalkirchenbücher. Außerdem erfahren die Benutzerinnen und Benutzer im Lesesaal mannigfaltige Unterstützung, so dass ein Besuch unseres Archivs weiterhin in Betracht zu ziehen ist.

Für Fragen rund um das Kirchenbuchportal sowie genealogische Recherchemöglichkeiten in unserem Archiv stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung (Telefon: 0721/9175 795, Email: archiv@ekiba.de).