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Blog-Archiv 2021

 

WEIHNACHTEN UND NEUJAHR

Bleiglasfenster 'Weihnachten' (1936) von dem Künstler Albert Finck in der Evang. Kirche Hemsbach
Bleiglasfenster 'Weihnachten' (1936) von dem Künstler Albert Finck (1895-1958) in der Evang. Kirche Hemsbach [LkA KA, 154., Nr. 1019]
Allen unseren Benutzerinnen und Benutzern wünschen wir gesegnete Weihnachtstage sowie ein gesundes, krisenfestes und behütetes neues Jahr. Mögen im Jahre 2022 die pandemiebedingten Belastungen abnehmen.
 
Der Umzug des Lesesaals und dessen Inbetriebnahme gemeinsam mit der Landeskirchlichen Bibliothek konnte in diesem Frühjahr planmäßig vollzogen werden (s. Beiträge und Bilder vom Januar und Februar 2021). Mit pandemiebedingten Einschränkungen war unser Archiv immer für Sie geöffnet.
 
Behalten Sie auch 2022 Ihren Forscherdrang und mögen Ihnen die Recherchethemen nicht ausgehen! So freuen wir uns auch künftig, wenn Sie sich mit Ihren Anliegen an uns wenden.
 
Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Landeskirchlichen Archiv Karlsruhe
 
 

Unterlagen des kirchlich-liberalen Theologen, des Karlsruher Stadtpfarrers und Kirchenrats D. Wilhelm Brückner (1832-1925) erschlossen

Heinrich Löber schrieb am 20.12.2021
Brückner, Wilhelm
Der reife Stadtpfarrer Wilhelm Brückner (1900)
Die im Juni diesen Jahres von einer Nachfahrin des Stadtpfarrers und Kirchenrats Wilhelm Brückner unserem Archiv übergebenen Unterlagen wurden bearbeitet und sind fortan als 'Nachlass Wilhelm Brückner' (Bestand 150.093) in unserem Lesesaal recherchier- und nutzbar.
Der Sohn des deutschen Kaufmanns Gustav Brückner in St. Petersburg war 31 Jahre Pfarrer der Karlsruhe Südstadtpfarrei und als ein Führer des badischen kirchlichen Liberalismus eine stadtbekannte Persönlichkeit.
Wilhelm Brückner besuchte ab 1842 die Deutsche Hauptschule zu St. Petri in St. Petersburg, studierte in St. Petersburg, Dorpat und Heidelberg Theologie bevor er 1858 ordiniert wurde. Im selben Jahr trat er als Hilfsprediger, ab 1860 als Pfarrer der Deutschen Gemeinde Archangel seinen Dienst an, wurde zwei Jahre später zum Pfarrer der Reformierten Kolonistengemeinde Neudorf/Südrußland berufen. 1868 erfolgte die Rezeption in die Badische Landeskirche, wo er als Pastorationsgeistlicher in Oberkirch, ab 1870 als Pfarrer in Bahlingen und schließlich ab 1875 an der Johannispfarrei Karlsruhe zum Einsatz kam. 1906 trat der 74jährige (!) Brückner in den Ruhestand.
Unterstützungsbekundung für Wilh. Brückner (150.093,Nr. 11_01)
Unterstützungsbekundung dutzender Gemeindeglieder nach einem Angriff in der Presse (19.07.1887) [LkA KA, 150.093, Nr. 11]
Wilhelm Brückner erhielt 1903 in Heidelberg die Ehrendoktorwürde und wurde 1917 zum Kirchenrat ernannt. 1903 wurde ihm das Ritterkreuz I. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen anläßlich der Einweihung des Melanchthonhauses in Bretten.
Brückner galt als Führer des badischen kirchlichen Liberalismus (RGG2, Sp.1274) und war ein ebenso angesehener wie umstrittener Theologe.
Verheiratet war Wilhelm Brückner mit Klara geb. Dreeßen (1845-1912), einer Kaufmannstochter aus Archangel; 1 Sohn und 9 Töchter sowie 1 Kind gestorben im Alter von 6 Wochen sowie 1 Kind im Alter von 4 Jahren gingen aus dieser Ehe hervor.
Die wenigen übergebenen Unterlagen sind aber durchaus gehaltvoll: Sie enthalten private Korrespondenz (1858-1923); Todesanzeige und Kondolenzschreiben zum Tode seiner Frau sowie deren Lebenslauf und Beerdigungspredigt. Des Weiteren die Ernennungsurkunde zum Kirchenrat, des Verleihung des Ritterkreuzes I. Klasse,
Unterstützungsbekundung für Wilh. Brückner (150.093,Nr. 11_02)
Unterschriften der Unterstützungsbekundung (19.07.1887) [LkA KA, 150.093, Nr. 11]
das Programm zur 25jährigen Jubelfeier als Stadtpfarrer der Johanniskirche (1900), Glückwunschschreiben zum 90. Geburtstag u. a. vom Karlsruher Oberbürgermeister Siegrist und der Großherzogin Luise, das Manuskript seiner Schrift 'Die große und die kleine Buchrolle in der Offenbarung Johannis' (1923), einen eigenhändigen Lebenslauf (1917), ein Entwurf zu seinem Testament (1912), etliche Zeitungsartikel (1912, 1922, 1924) sowie die Bauakte für den Umbau des Wochenendhauses von seiner Tochter Bertha Brückner in Klais-Mittenwald (1937).
Es handelt sich um eine typische "Zufallsüberlieferung", die nach fast 100jähriger privater Aufbewahrung ihren Weg in unser Archiv gefunden hat. Sie umfasst 23 Akten in 0,1 Laufmetern mit einer Gesamtlaufzeit von 1840 bis 1937. Das Findmittel wurde als PDF veröffentlicht.
 
 

Schwarz-weiße Impressionen aus der Kirchengeschichte des Eggenertals

Dr. Michael Hallerberg schrieb am 15.12.2021
Ständchen bei Pfarrer Maler 044. Niedereggenen, Nr. 51 (21.09.1902)
Pfarrer Karl Maler (l. sitzend) erhält ein Ständchen vom Orchester des evangelischen Jugendbundes Lörrach (21.09.1902) [044. Niedereggenen, Nr. 51]
Das Christentum hat im Eggenertal erstmals im Mittelalter Fuß gefasst. Davon zeugt z.B. die 1132 in Obereggenen eingeweihte Kirche, deren Alter aber durch die Niedereggener Kirche in den Schatten gestellt wird. Nach einem denkmalpflegerischen Befund aus dem Jahr 1965 sei die älteste Bausubstanz dieses Sakralbaus zeitlich sogar im 10. oder 11. Jahrhundert zu verorten. Deren Turm, der gegen 1200 als Wehrturm im romanischen Stil ausgebaut wurde, ist damit einer der ältesten Kirchtürme am Oberrhein.
Ganz so weit in die Vergangenheit reichen die Unterlagen aus den Pfarrarchiven von Nieder- und Obereggenen nicht zurück, die in den letzten Monaten über die Schreibtische des Landeskirchlichen Archivs gingen. Aber sie bieten doch interessante und aufschlussreiche Erkenntnisse über das Wirken der mittlerweile mit Feldberg in der „Kirchengemeinde Eggenertal-Feldberg“ aufgegangenen Pfarreien in den vergangenen Jahrhunderten. In diesem Beitrag sollen bildliche Überlieferungen aus beiden Beständen aus dem frühen 20. Jahrhundert kurz vorgestellt werden.
Im Pfarrarchiv Niedereggenen findet sich ein Gruppenfoto eines unbekannten Fotografen aus dem Jahr 1902. Es ist entstanden, als das Orchester des evangelischen Jugendbunds Lörrach Pfarrer Karl Maler (1869-1951) ein Ständchen gegeben hat. Dieser hatte die Pfarrstelle Niedereggenen erst im selben Jahr bezogen. Auf dem Bild sitzt der damals 32-jährige Pfarrer Maler links in der ersten Reihe vor den sich zuprostenden Musikanten. Nachdem er die Kirchengemeinde Niedereggenen 1909 verließ, machte er weiter Karriere in der Landeskirche. So wirkte er u.a. noch als Dekan im Kirchenbezirk Mannheim (1927-1935) und wurde 1928 zum Kirchenrat ernannt.
Glockenabnahme Obereggenen 044. Obereggenen, Nr. 75 (1917)
Die Glocken fallen auch in Obereggenen dem Weltkrieg zum Opfer (17.07.1917) [044. Obereggenen, Nr. 75]
Aus dem Pfarrarchiv Obereggenen sollen hier gleich zwei Fotos besprochen werden. Sie stammen aus dem Jahr 1917 und zeugen von der Beschlagnahmung von zwei Kirchturmglocken, die zur Verwendung im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen wurden. Neben der Abnahme der Glocken per Seilzug auf einem der Bilder sieht man auf dem zweiten Foto die Pioniere, die den Ausbau durchgeführt haben neben den beiden beschlagnahmten Glocken sowie einen vermutlich ortsansässigen Jungen und Hund. Einer der Pioniere war es auch, der die Fotos gemacht hat. Es kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass dies die letzten Aufnahmen dieser beiden Glocken vor ihrer Einschmelzung sind.
Glockenabnahme Obereggenen - Pioniere 044. Obereggenen, Nr. 75 (1917)
Die Pioniere und ein Junge mit Hund postieren sich neben den beiden abgenommen Glocken (17.07.1917) [044. Obereggenen, Nr. 75]
Die Kirchengemeinde Obereggenen verfügte in der Folge lediglich über eine Glocke bis 1921 wieder auf drei Glocken aufgestockt werden konnte. Diese blieben aber ebenfalls nur vergleichsweise kurze Zeit im Kirchturm, denn ebenso wie die auf dem Bild zu sehenden Vorgängerinnen sind die Glocken der Obereggener Kirche im Zweiten Weltkrieg erneut beschlagnahmt und eingeschmolzen worden.
Die bearbeiteten Archivbestände sind am 15. Dezember 2021 wieder zur dauerhaften Aufbewahrung in die Obhut der Kirchengemeinde Eggenertal-Feldberg übergeben worden. Die Findbücher für die Pfarrarchive Nieder- und Obereggenen können aber auch auf der Homepage des Landeskirchlichen Archivs im PDF-Format eingesehen werden.
 
 

Markgräfler Familienbücher aufgetaucht

Heinrich Löber schrieb am 25.11.2021
FB Schallbach 1849-1882
Spiegel und erste Seite des Familienbuches Schallbach 1849-1882 [LkA KA, 045.02., Familienbücher, Nr. 420]
In den letzten Tagen erreichte unser Archiv eine kleinere Paketsendung von einem bekannten und von uns geschätzten Autor zahlreicher markgräfler Ortsfamilienbücher. Diese enthielt zwei markgräfler Familienbücher, von deren Existenz wir nichts wußten und über die auch die einschlägige Literatur schweigt (Hermann Franz, Die Kirchenbücher in Baden, Karlsruhe 31957, S. 101. 225 - dort werden auch Familienbücher aufgeführt). Es handelt sich hierbei um das Familienbuch der Gemeinde Schallbach 1849-1882 mit Register sowie von deren Filial Fischingen 1850-1884 mit Register.
Dem Anschreiben ist zu entnehmen, dass der Absender dieser Sendung diese Bücher im genealogischen Nachlass eines verstorbenen markgräfler Heimat- und Familienforschers gefunden hat, der diesen dem Markgräfler Geschichtsverein e. V. vererbt und den der Absender als Vertreter des Vereins gesichtet hat. Es stellte sich heraus, dass der Nachlasser wiederum der Empfänger des genealogischen Nachlasses des jahrelangen Egringer Pfarrers Helmut Fehse (1928-2013) war, der die "Verkartung" von 27 Orten des Kirchenbezirks Lörrach vornahm. Die Fehseschen Unterlagen enthielten neben familienhistorischen und presbyterologischen Unterlagen offensichtlich auch diese Familienbücher.
FB Fischingen 1850-1884
Vorderdeckel des Familienbuches Fischingen 1850-1884 [LkA KA, 045.02., Familienbücher, Nr. 421]
Es scheint sich dabei also um den typischen Fall zu handeln: Archivalien werden zum Zweck einer Auswertung mit nach Hause genommen und bleiben dort - sicherlich ungewollt - über einen (zu) langen Zeitraum. Und es ist dabei davon auszugehen und dies liegt in der Natur der Sache, dass die Gemeinde, die die Eigentümerin dieser Bücher ist, nach Pfarrstellenwechsel(n) irgendwann nicht mehr wusste, dass eine Rückgabe dieser Bücher fällig ist.
Nun können wir von einem großen Glücksfall reden und dem Absender großen Dank aussprechen, der diese Bücher einordnen konnte und unserem Archiv zukommen ließ.
Diese zwei Bücher sind durch ihr Kleinformat recht unscheinbar und weisen nicht das sonst übliche Folioformat auf. Vielleicht ist deren Verbleib in privater Hand auch deshalb so lange möglich gewesen.
Diese aufgefundenen Schallbacher und Fischinger Familienbücher aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden in den Depositalbestand der ältesten Schallbacher Kirchenbücher (1582 ff.) aufgenommen und für eine Nutzung sowohl verfilmt (s. Findmittel) als auch digitalisiert (Kirchenbuchportal) und damit für die interessierte Öffentlichkeit recherchierbar gemacht.
 
 
Plakat Unionsausstellung

!!! AKTUELL !!!

AUSSTELLUNG ZUM 200. JUBILÄUM DER BADISCHEN KIRCHENUNION

Ort: Generallandesarchiv Karlsruhe, Nördliche Hildapromenade 5, 76133 Karlsruhe; Tel.: 0721 926-2206
Zeitraum: 20. Mai bis 7. November 2021
Öffnungszeiten: Di.-Do. 8:30-17:30 Uhr, Fr. 8:30-19 Uhr, So., 13-17:30 Uhr
Eintritt frei; Führungen nach Vereinbarung
 
Aufgrund der Pandemie werden die Besucher gebeten, sich rechtzeitig über die gültigen Zugangsregelungen zu informieren.
 
 

Endlich wieder zu Hause. Ein katholisches Amtsbuch aus dem 18. Jahrhundert findet den Weg zurück ins Kölner Land

Heinrich Löber schrieb am 25.10.2021
Brau-, Dansweiler Inventarium (18. Jh.) (Vordereinband)
Pergamenteinband ("Brathering") mit liturgischer Makulatur [Historisches Archiv des Erzbistums Köln, o. S.]
Das Provenienzprinzip ist ein archivischer Grundsatz, den sich die meisten
Brau-, Dansweiler Inventarium (18. Jh.) (S. 6-7)
Auszug aus dem Amtsbuch der katholischen Pfarrei Brauweiler mit Dansweiler (18. Jh.) [Historisches Archiv des Erzbistums Köln, o. S.]
Archive zu eigen machen und mit dem alle archivarischen Entscheidungen eine schnelle Antwort finden: Die Frage nach dem Entstehungszusammenhang, also nach dem historischen Kontext der zu bewertenden Akte - "In welchem Verantwortungsbereich ist die Akte zu verorten und damit zu recherchieren?".
An unser Archiv wurde vor geraumer Zeit ein Buch aus privater Hand abgegeben, das seine Provenienz im Erzbistum Köln aufweist. Es handelt sich um ein Amtsbuch der katholischen Gemeinde Brauweiler mit Dansweiler und lässt sich als ein Pfarrinventarium, eine Chronik, ein Protokoll- und Kassenbuch (18. Jh.) beschreiben; es umfasst 274 Seiten und trägt den Titel „Kirchenbuch Capello S. Laurentii“. Dieses Buch weist im Vorsatz die Inventarnummer 52 auf - vermutlich wurde es dem Pfarrarchiv schon vor längerer Zeit entfremdet und war Bestandteil einer ersten Erfassung, die in Brauweiler im 19. Jahrhundert stattfand.
Für ortskirchengeschichtliche Zusammenhänge stellt dieses Buch eine herausragende Quelle dar, denn es beinhaltet alle wichtigen chronikalischen Aufzeichnungen dieser Pfarrei über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts.
Nach einer Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Archiv, dem Historischen Archiv des Erzbistums Köln, fand dieses Amtsbuch in diesen Tagen seinen Weg zurück in die Heimat.
 
 

Kehls besondere (Kirchen-)Geschichte

Natascha Müller schrieb am 20.10.2021
Kehl Friedenskirche (erb. 1847) [166,Nr. 2415]
Die zweitälteste Kehler evangelische Kirche, die Friedenskirche (erbaut 1847) [LkA KA, 166., Nr. 2415]
Im Februar 2021 kamen die Bestände der Kehler evangelischen Gemeinden zur Bearbeitung durch das landeskirchliche Projekt ‚Sicherung und Bearbeitung der Pfarrarchive‘ nach Karlsruhe. Es handelte sich dabei um das Archiv der Kirchengemeinde sowie die der Gemeinden Christus, Frieden, Johannes und Martin-Luther. Dabei können die Gemeinden auf eine lebendige Geschichte zurückblicken.
Das Dorf Kehl war mit Sundheim seit der Reformation eine evangelische Gemeinde. Sie war zur Hälfte im Besitz von Baden-Baden (seit 1497) und Nassau (seit 1507). Die heutige Stadt entstand 1681 nach der Wegnahme von Straßburg, da die Franzosen an die Stelle des Dorfes Kehl einen befestigten Brückenkopf anlegen wollten, weshalb die Siedlung verlegt werden musste. Nach dem Frieden von Ryswick (1697) wurde Kehl durch Markgraf Ludwig zur Reichsfestung erhoben. Ab 1754 gehörte die Stadt zur Markgrafschaft Baden, wurde jedoch 1793 von den Franzosen zerstört, worauf die Stadt von 1808-1814 französisch war. Danach ging sie wieder zurück an Baden.
1912 wurden die Kirchengemeinden Kehl-Stadt (Friedenskirche) und Kehl-Dorf (Christusgemeinde) mit dem Nebenort Sundheim aufgelöst und unter der Kirchengemeinde Kehl vereint, agierten rechtlich jedoch noch unabhängig voneinander.
Aufgrund der Nähe zu Frankreich spielte Kehl zur Zeit des Nationalsozialismus und auch danach immer wieder eine Rolle. Da die Stadt in der „Roten Zone“ des Reichs lag, wurden die Bewohner im September 1939 mit Sonderzügen in den Schwarzwald evakuiert – eine Rückkehr war erst mit der Besetzung Frankreichs möglich. Eine erneute Räumung fand mit der Befreiung durch die Alliierten statt. Erst 1949 bis 1953 wurde Kehl aufgrund des Washingtoner Abkommens in 42 Schritten freigegeben.
1948 wurden die Martin-Luther-Pfarrei sowie 1971 die Johannespfarrei (Kehl-Süd) errichtet, erst in den 1970er Jahren entstand eine Gesamtkirchengemeinde, die den rechtlichen Rahmen vorgab, aber die vier Pfarrgemeinden jedoch selbständig weiter bestehen liess.
Im Februar 2012 beschloss der Kirchengemeinderat die Fusion der vier ehemaligen Pfarrgemeinden zu einer Gesamtkirchengemeinde. Diese übernahm die Trägerschaft aller vier Kindergärten, ebenso die Verantwortung für alle vorhandenen Gebäude. Zentraler Sitz der Verwaltung ist das Haus der Kirche in der Friedhofstraße. Dazu wurde das Gelände der Martin-Luther-Gemeinde 2019 an einen Investor verkauft.
Aufgrund dieses eigenständigen Bestehens der Kehler Gemeinden wurde entschieden, die Unterlagen bis zur Fusion 2012 als eigenständige Bestände zu erschließen. Somit ergaben sich fünf Bestände mit insgesamt 553 Verzeichnungseinheiten, welche die Zeit 1907-2015 und etwa 8 laufende Meter umfassen. Die Findmittel sind online recherchierbar.
 
 

Nachlass des Pfarrers und Religiösen Sozialisten Ludwig Simon nachverzeichnet und recherchierbar gemacht

Heinrich Löber schrieb am 24.09.2021
Simon, Ludwig
Ludwig Simon im Talar (um 1935) [Zeitungsausschnitt; LkA KA, 154., Nr. 193/2]
Der Nachlass des Pfarrers, Religionslehrers und Religiösen Sozialisten Ludwig Simon (1905-1995) wurde im Sommer 1999 von Pfarrer Ulrich Schadt, Karlsruhe, erschlossen und mit einem maschinenschriftlichen Findmittel versehen. Im September 2021 fand eine Nachverzeichnung statt (Nrn. 67-72). In diesem Zusammenhang wurde der Bestand retrokonvertiert, klassifiziert und technisch bearbeitet sowie das Findmittel online veröffentlicht.
Für die Geschichte der Religiösen Sozialisten in Baden birgt dieser Bestand zahlreiche Unterlagen. Neben einer großen Anzahl Predigten (1928-1991) sind Vorträge, Andachten, Kriegserinnerungen und Unterlagen aus der Kriegsgefangenschaft überliefert. Aber auch die Themenkomplexe 'Friedensfrage', 'Kriegsdienstverweigerung', 'Antiatombewegung' und andere typische Fragen der religiös-sozialistischen Bewegung beinhaltet dieser Bestand. Daneben befinden sich Korrespondenzen, Familiengeschichtliches, Unterlagen aus dem Gemeindeleben in Wies, aber auch Materialien zur Rezeptionsgeschichte, darunter Unterlagen von Sohn Karl Ludwig Simon, Pfarrer an der Thomaspfarrei Karlsruhe, wie die Ansprache zur Benennung des Gemeindesaals der Luthergemeinde Mannheim in "Ludwig-Simon-Saal" am 27.09.1998.
Der Nachlass ist ein beredtes Zeugnis von Simons Einsatz für die Ideen des Religiösen Sozialismus, den der Theologe und Philosoph Paul Tillich 1930 so definierte: Religiöser Sozialismus ist der Versuch, den Sozialismus religiös zu verstehen und aus diesem Verständnis heraus zu gestalten und zugleich das religiöse Prinzip auf die soziale Wirklichkeit zu beziehen und in ihr zur Gestalt zu bringen.
Mit seinen 72 Akten umfasst der Bestand 1,1 lfde. Meter und weist eine Laufzeit von 1892 bis 2000 auf. Im Lesesaal des Oberkirchenrats ist der Nachlass Simon einsehbar.
 
 

Wunderschöne Einzelstücke oder Kitsch? Zeugnisse der Volksfrömmigkeit bilden einen neuen Sammlungsbestand

Heinrich Löber schrieb am 9.09.2021
Zeugnisse der Volksfrömmigkeit_Hochformat
laubgesägte Lutherrose, kreuzförmige Lesezeichen und Fleißbildchen [LkA KA, 170., Zeugnisse der Volksfrömmigkeit, o. Sign.]
Es ist kein Phänomen der Gegenwart, dass der christliche Glaube jedwede Form von Frömmigkeit hervorbringen kann und entsprechende Spuren einer christlichen Kultur- und Mentalitätsgeschichte hinterlässt. So ist natürlich und gerade im Bereich der Volksfrömmigkeit eine bemerkenswerte Tradition entstanden. Im Landeskirchlichen Archiv Karlsruhe geben Fund- und sonstige Einzelstücke zumeist aus dem privaten Bereich darüber ein beredtes Zeugnis ab. Ob man diese Zeugnisse als "wunderhübsch" oder schlichtweg als "Kitsch" einordnet, steht auf einem anderen Blatt und wird sicherlich immer wieder eine andere Antwort finden.
Zeugnisse der Volksfrömmigkeit_Querformat
Fundstücke aus Bibeln, Gesang- und Andachtsbüchern [LkA KA, 170., Zeugnisse der Volksfrömmigkeit, o. Sign.]
Der neu angelegte Sammlungsbestand '165., Zeugnisse der Volksfrömmigkeit' speist sich hauptsächlich aus "Einlagen" in Gesangbüchern des 19. und 20. Jahrhunderts der Gesangbuchsammlung der Landeskirchlichen Bibliothek, die beim Katalogisieren herausgelöst wurden. Aber auch Fundstücke aus Bibeln, Andachtsbüchern und anderer Erbauungsliteratur oder Exemplare, die auf anderem Wege in das Landeskirchliche Archiv geraten sind, gehören dazu.
Als eine klassische Sammlung ergänzt sie die Überlieferung der landeskirchlichen Verwaltung. Diese Zufallsfunde weisen unterschiedlichste Provenienzen, Formate, Bildwerke, Texte und Inhalte auf. Es handelt sich um einen offenen Bestand. Als Zeugnisse der Frömmigkeitskultur haben sie durch ihren Anschauungswert einen hohen Aussagegehalt.
Dieser (im Moment noch) kleine, aber feine Bestand wartet noch auf seine Erschließung; er kann aber auch in unbearbeitetem Zustand im Lesesaal innerhalb der Benutzerzeiten eingesehen werden.
 

Kirchenrat Dr. Udo Wennemuth in den Ruhestand verabschiedet

Mareike Ritter schrieb am 30.08.2021
Segnung Wennemuth
Pfarrer Mall spricht nach Pfarrerin Labsch und Mareike Ritter ein Segenswort
Am Freitag, den 27. August 2021, wurde Dr. Udo Wennemuth nach 22-jähriger Dienstzeit als Abteilungsleiter der Landeskirchlichen Bibliothek, des Landeskirchlichen Archivs und der Registratur mit einer Andacht in der Christuskirche Karlsruhe und einem anschließenden Stehempfang in den Ruhestand verabschiedet.
Die Andacht stand unter dem Wort aus 2. Tim. 3, 16: „Und auch dazu ist jede Schrift nützlich, die sich dem Wirken von Gottes Geist verdankt. Sie hilft, recht zu lehren, die Irrenden zurechtzuweisen und zu bessern. Und sie trägt dazu bei, die Menschen zur Gerechtigkeit zu erziehen.“ Pfarrerin Susanne Labsch zog dabei einen Vergleich zum Dienst Udo Wennemuths in Archiv, Bibliothek und Registratur und verdeutlichte, wie wichtig noch heute trotz Sparmaßnahmen der Kirchen die Bewahrung des Schriftguts in Registraturen, Archiven und Bibliotheken ist.
Kolleg:innen überreichen Geschenke
Kolleginnen und Kollegen überreichen "ihrem alten Chef" ihre Geschenke
Mit Worten zum Abschied würdigte Mareike Ritter Udo Wennemuth, indem sie Meilensteine und seine Leistungen aus den vergangenen 22 Jahren aufzeigte.
Anschließend wurde Udo Wennemuths Arbeit in Grußworten honoriert. Dr. Henning Pahl, Leiter des Zentralarchivs der EKD in Berlin, brachte ein Grußwort der Arbeitsgemeinschaft der Archive und Bibliotheken in der evangelischen Kirche und deren zwei Verbände mit und Dr. Jürgen Treffeisen, stellvertretender Leiter des Generallandesarchvis Karlsruhe, dankte im Namen der Karlsruher Archive Udo Wennemuth für seine Arbeit.
Altbestandskommission überreicht die Festschrift
Mitglieder der Altbestandskommission überreichen Dr. Wennemuth ihre Festschrift
Schließlich wurde von Mitgliedern der Altbestandskommission des Verbands kirchlich-wissenschaftlicher Bibliotheken (Dr. Sorbello Staub, Dr. Grutschnig, Prof. Dr. Stork, Dr. Meinhardt und Dr. Schlechter) ein Preprint einer Festschrift zu Ehren Dr. Wennemuths überreicht.
Beim anschließenden Stehempfang mit Fingerfood und Getränke blieb für die Gäste Zeit, sich von Udo Wennemuth persönlich zu verabschieden.


 

Ein Neckarbischofsheimer Großereignis

Heinrich Löber schrieb am 2.08.2021
Gedenkfeier für Adolf Schmitthenner in Neckarbischofsheim (24. Mai 1924)
Die erwartungsfrohe, festlich gekleidete Neckarbischofsheimer Bevölkerung bei der Gedenkfeier für Adolf Schmitthenner anläßlich seines 70. Geburtstages. An der Fassade hängt (noch) ein Wahlplakat von der Reichstagswahl am 4. Mai 1924 [LkA KA, 154., Nr. 1435]
17 Jahre nach seinem Tode wurde der Pfarrer und Dichter Adolf Schmitthenner (1854-1907) in seiner Heimat- und zehnjährigen Wirkungsstadt Neckarbischofsheim anlässlich seines 70. Geburtstages durch das Enthüllen einer Gedenktafel an dessen Geburts- und Pfarrhaus am 24. Mai 1924 geehrt. Die Festrede hielt kein Geringerer als Otto Frommel (1871-1951), der wie Schmitthenner in Heidelberg als Pfarrer und Poet hervortrat. Die Gedenkrede Frommels kam durch das Adolf-Schmitthenner-Archiv noch im selben Jahr in den Druck (Neckarbischofsheim 1924).
Im Zuge der Erschließungsarbeiten der Bilder- und Fotosammlung (Bestand 154.) tauchte eine Fotographie von diesem Ereignis auf. Es ist zu erkennen, dass diese Gedenkfeier ein Neckarbischofsheimer Großereignis war. Adolf Schmitthenner war hier zehn Jahre Pfarrer, bevor er 1893 die Stadt verließ, um die Zweite Pfarrstelle an der Heiliggeistkirche und als Lehrer am Praktisch-theologischen Seminar in Heidelberg anzutreten. 1904 bis zu seinem recht frühen Tode war Schmitthenner schließlich Pfarrer an der Heidelberger Christuskirche, dessen Nachfolger 1907 übrigens Otto Frommel wurde.
Schmitthenner, Adolf als Vikar (1882)
Adolf Schmitthenner als Stadtvikar in Karlsruhe (25.7.1882). 1883 wurde er auf die Zweite Pfarrstelle Neckarbischofsheim berufen [LkA KA, 154., Nr. 528/1]
Es war für Schmitthenner sicherlich nicht unproblematisch, als Pfarrer in der Gemeinde eingesetzt zu sein, in die hinein er als Pfarrerssohn geboren wurde und die er im Alter von 15 Jahren verließ. Peter Beisel mutmasst, dass Schmitthenner für viele Gemeindeglieder immer noch der Pfarrersbub und für die Gleichaltrigen der Spielkamerad von damals war und Schmitthenner wohl befürchtet hat, dass ein allzu vertrautes Verhältnis zwischen ihm und der Gemeinde entstünde, das für eine sinnvolle Gemeindearbeit abträglich sein konnte (aus: Lebensbilder aus der Evangelischen Kirche in Baden, Bd. 5, S. 130). Immerhin aber tat Adolf Schmitthenner hier zehn Jahre seinen Dienst. Seine Abschiedspredigt am 28. Mai 1893 über die paulinische Schlussmahnung und den Segenswunsch (2. Kor. 13, 11-13) beginnt demgegenüber auch mit den Worten: Geliebte in dem HERRN! So schwer ist mir der Weg auf diese Kanzel nie geworden wie heute. Nie habe ich ein so schweres Herz hinaufgetragen wie heute (zit. ebd.).
Dass diese Gedenkfeier wenige Wochen nach der Reichstagswahl (4. Mai 1924) stattfand, erkennt man an dem Wahlplakat der SPD, auf dem August Bebel (1840-1913) abgebildet ist mit den Worten: "BEBEL mahnt - wählt sozialdemokratisch".
 

Ortsfamilienbuch Friedrichstal 1699-1920 übergeben

Heinrich Löber schrieb am 7.07.2021
Scheidle überreicht das OFB Friedrichstal 1699-1920
Walter August Scheidle überreicht dem Landeskirchlichen Archiv sein neuestes großes Werk
Walter August Scheidle hat sein neuestes Ortsfamilienbuch veröffentlicht: Friedrichstal 1699 bis 1920. Damit liegt nun ein weiteres wichtiges Werk baden-durlachischer Familiengeschichte vor. Scheidle ist als Verfasser zahlreicher Ortsfamilienbücher (OFB) ein bekannter Familienhistoriker Baden-Durlachs und gefragter Forscher. In den letzten zwanzig Jahren veröffentlichte er die Ortsfamilienbücher Blankenloch-Büchig (2001), Spöck (2008), Leopoldshafen und Eggenstein (beide 2015). Ein Ortsfamilienbuch Graben soll folgen.
Das Friedrichstaler Ortsfamilienbuch enthält alle Facetten orts(familien)historischer Geschehnisse: Neben den Biogrammen z. B. ein Verzeichnis der Bürgermeister, Pfarrer (Series  pastorum), Lehrer sowie Kriegsteilnehmer und Gefallenen der Weltkriege.
Ergänzt wird das Ortsfamilienbuch Friedrichstal durch sogenannte Sondereinträge, die über die biogrammatischen Angaben hinaus besondere Ereignisse und Geschichten bereithalten (S. 779-826) sowie einen Beitrag von Günter Hornung zum 200jährigen Unionsjubiläum unserer Landeskirche (S. 26 f).
Mit diesem Buch wird der Bestand badischer evangelischer Ortsfamilienbücher um ein bedeutendes Puzzlestück erweitert. Und wir freuen uns, dass dieses Werk unsere über 350 Titel umfassende OFB-Präsenzbibliothek wieder um ein wertvolles Stück attraktiver macht.
Der Titel wird in den digitalen Landeskirchlichen Zentralkatalog der Landeskirchlichen Bibliothek aufgenommen, der dem K10plus (GBV und SWB) angeschlossen ist, und damit recherchierbar sowie der interessierten Leserschaft zugänglich sein. Außerdem haben wir den Bestand der Ortsfamilienbücher unserer Bibliothek in einer einfachen, jenseits bibliographischer Titelangaben verfassten Übersicht veröffentlicht.
 
 

Zu gegebener Zeit. Zeitzeugengespräch mit Landesbischof i. R. Klaus Engelhardt

Heinrich Löber schrieb am 1.07.2021
Engelhardt während eines Interviews nach seiner Wahl zum EKD-Ratsvorsitzenden (6. Nov. 1991) [154.,Nr. 41,2]
Engelhardt während eines Interviews nach seiner Wahl zum EKD-Ratsvorsitzenden (6. Nov. 1991) [LkA KA, 154., Nr. 41,2]
Im Rahmen des Begleitprogramms zur Unionsausstellung findet am Di., 13.07.2021, 18 Uhr, im Generallandesarchiv Karlsruhe ein Zeitzeugengespräch mit Landesbischof i. R. Prof. Dr. Klaus Engelhardt statt, zu dem Sie herzlich eingeladen sind (Einladung s. unten).
Der landeskirchliche Beauftragte für das 200jährige Unionsjubiläum, Pfarrer Dr. Hans-Georg Ulrichs, führt dieses Gespräch.
Coronabedingt steht nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen bei dieser Veranstaltung zur Verfügung. Daher ist eine Anmeldung bis zum 9. Juli 2021 sowie das Tragen einer medizinischen Mund-Nase-Maske nötig.
Einladung Zeitzeugengespräch mit Klaus Engelhardt am 13.07.2021.pdf (pdf) Einladung Zeitzeugengespräch mit Klaus Engelhardt am 13.07.2021.pdf [175.6 kB] ReadSpeaker Vorlesen

Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe / EKIBA

 
 

Eine kleine Sensation! Vermisstes Kirchenbuch aus dem 18. Jahrhundert aufgetaucht

Heinrich Löber schrieb am 29.06.2021
KB Rinklingen (ref.) 1735 - 1782,1764,1758 Deckel
Der Einband des unscheinbaren reformierten Kirchenbuchs Rinklingen 1735-1782,1764,1758
Die Evangelische Kirchengemeinde Rinklingen hat heute ihre Kirchenbücher als Deposita an das Landeskirchliche Archiv abgegeben. Bei der Sichtung des Bestandes kam auch ein unscheinbares Buch zum Vorschein, welches als Kirchenbuch der reformierten Gemeinde Rinklingen 1735 bis 1771 betitelt ist und sich in der Tat als das Kirchenbuch der Jahre 1735 bis 1782 (Taufen), 1764 (Trauungen) und 1758 (Beerdigungen) herausstellte. Bei der Prüfung der uns bekannten Überlieferung (in Rinklingen seit 1565, 1566, 1600) war schnell klar, dass wir das auch in der Literatur als verlustig vermerkte zweitälteste Kirchenbuch dieser reformierten Gemeinde in den Händen halten. Eine kleine Sensation!
KB Rinklingen (ref.) 1735 - 1782,1764,1758 Titel
Das Titelblatt des über Jahrzehnte vermissten Kirchenbuchs Rinklingen 1735-1782,1764,1758
So können die von Hermann Franz in seiner Veröffentlichung Die Kirchenbücher in Baden (21938, S. 167; 31957, S. 217) gemachten Angaben korrigiert werden, der von einer Lücke in der Kirchenbuchüberlieferung dieser Gemeinde von 1735 bis 1772 schreibt. Und in der Tat war dieses Buch bei der großangelegten Verfilmung des Gesamtkirchenbuchbestands der Landeskirche Anfang der 1960er Jahre nicht dabei.
Diese Lücke ist nun durch diesen glücklichen Fund geschlossen. Neben neuen Erkenntnissen für vier Jahrzehnte ortsfamilienhistorischer Forschung können darüber hinaus weitere wichtige ortskirchengeschichtliche Urteile durch diese Quelle erster Güte erlangt werden, denn dieses Kirchenbuch enthält neben den Kasualeinträgen Protokollauszüge des Kirchraths (1735) sowie zehn Jahrgänge der zum Heiligen Abendmahl zum ersten Mahl admittierter (= Konfirmanden) 1748 bis 1757.
Dieses aufgefundene Kirchenbuch wird wie auch die drei Rinklinger Familienbücher mit einer Gesamtlaufzeit von 1767 bis 1973 für eine Nutzung in unserem Lesesaal verfilmt (s. Findmittel) und für eine Onlinerecherche im Kirchenbuchportal digitalisiert und damit für die interessierte Öffentlichkeit recherchierbar gemacht.
 
 

Von Rußland nach Baden. Unterlagen des Pfarrers und Kirchenrats Wilhelm Brückner (1832-1925) übernommen

Heinrich Löber schrieb am 24.06.2021
Gratulation Otto Frommel zum 90. Geb. v. W. Brückner (8.10.1922) [150.120, o. Sign.]
Der berühmte Heidelberger Pfarrer und Professor, Poet und politisch engagierte und wesentlich jüngere Otto Frommel (1871-1951) gratuliert Wilhelm Brückner zu seinem 90. Geburtstag (Rückseite) [LkA KA, 150.120, o. Sign.]
Es war wie es im Buche steht: In einer Kiste aus dem Nachlass der Schwiegermutter kamen alte Unterlagen zum Vorschein - in deutscher Schrift und "irgendwas aus dem kirchlichen Umfeld". Die Finderin ahnte, dass diese über 100 Jahre alten Schriftstücke nicht einfach weggeworfen werden sollten, und stellte Überlegungen an, was sie in den Händen hielt. Der Spürsinn der Pfälzerin trügte nicht und ließ sie zum Telefon greifen, um unser Badisch-landeskirchliches Archiv anzurufen. Das war genau richtig! Eine Begutachtung ergab, dass dies genuine Unterlagen aus dem Nachlass eines Theologen unserer Landeskirche sind, des Pfarrers und Kirchenrats D. Wilhelm Brückner (1832-1925).
Als Sohn des "tawastehuseschen Kaufmanns" [1] Gustav Brückner in St. Petersburg geboren, besuchte Wilhelm Brückner ab 1842 die deutsche Hauptschule zu St. Petri ebenda, studierte in Petersburg, Dorpat und Heidelberg. 1858 wurde er zunächst Hilfsprediger, 1860 Pfarrer der deutschen unierten Gemeinde Archangel, die keinem Consistorium, sondern dem Ministerium des Innern unterstand. Im Jahre 1862 durch die Reformierte Sitzung des St. Petersburgischen Evangelisch-Lutherischen Consistoriums zum Pfarrer der reformierten Kolonistengemeinde Neudorf/Südrußland berufen, wurde er 1868 in den Dienst der Badischen Landeskirche übernommen und Pastorationsgeistlicher in Oberkirch, 1870 Pfarrer Bahlingen und 1875 schließlich Stadtpfarrer der Johannispfarrei Karlsruhe bis zu seinem Ruhestand 1906. 1903 erhielt Brückner das Ritterkreuz I. Kl. vom Orden des Zähringer Löwen und wurde zum D. h.c. in Heidelberg promoviert sowie 1917 zum Kirchenrat ernannt. Wilhelm Brückner war ein "Führer des badischen kirchlichen Liberalismus" (H. Mulert, RGG², Sp. 1274).
Der "Nachlass" enthält neben privater Korrespondenz auch Schriftwechsel mit dem Heidelberger Theologen und Schriftsteller Otto Frommel (1922, 1924). Des Weiteren finden sich die Todesanzeige und Kondolenzschreiben zum Tode von Brückners Frau, Clara geb. Dreeßen (1912), sowie deren Lebenslauf und die Beerdigungspredigt im Nachlass, ebenso die Ernennungsurkunde zum Kirchenrat (1917), Verleihung des Ritterkreuzes I. Kl. (1903) und das gedruckte Programm zur 25jährigen Jubelfeier als Stadtpfarrer der Johanneskirche (1900). Einen großen Teil stellen Glückwunschschreiben zum 90. Geburtstag dar, u. a. von dem Karlsruher OBM Siegrist und der Großherzogin Luise (1922). Das Manuskript seiner Schrift 'Die große und die kleine Buchrolle in der Offenbarung Johannis' (1923), ein eigenhändiger Lebenslauf (1917) und Entwurf zum Testament (1912) sowie Zeitungsartikel (1912, 1922, 1924) und eine Bauakte für den Umbau des Wochenendhauses seiner Tochter Bertha Brückner in Mittenwald (1937) stellen weitere Unterlagen dar.
War Brückners Studienzeit in Heidelberg (1856) der Auslöser für seinen Wechsel nach Baden? Diese und andere Fragen wird eine Nachlassbearbeitung beantworten. Bis es soweit ist, ist der Nachlass über unsere Beständeübersicht sowie die Zentrale Nachlassdatenbank recherchierbar, in letzterer auch mit Bestandsbeschreibung.
 
[1] So die Berufsbezeichnung des Vaters im 'Attestat' der Schulen der Evangelischen St. Petri-Kirche Petersburg (28.01.1850) in der Personalakte [LkA KA, 2.0., Nr. 802]. Tawastehus in ein finnisches Gouvernement.
 
 

Ankündigung des Vortrags 'Kreuz in Bedrängnis' am 22.06.2021

Heinrich Löber schrieb am 16.06.2021
Am kommenden Dienstag, den 22.06.2021, wird um 18 Uhr Kirchenrat Dr. Udo Wennemuth im Rahmenprogramm der Unionsjubiläumsausstellung „Aus der Trennung heraus! 200 Jahre Evangelische Landeskirche in Baden“ unter dem Titel „Kreuz in Bedrängnis“ einen Vortrag zur Geschichte unserer Landeskirche im Nationalsozialismus halten.
Vielleicht findet er ja Ihr Interesse? Eine Ankündigung können Sie hier lesen:
Vortragsankündigung 'Kreuz in Bedrängnis' (GLA, 22.06.2021).pdf (pdf) Vortragsankündigung 'Kreuz in Bedrängnis' (GLA, 22.06.2021).pdf [116.5 kB] ReadSpeaker Vorlesen

Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe / EKIBA

Wer den Vortrag vor Ort im Generallandesarchiv erleben möchte, wird gebeten, sich rechtzeitig über die gültigen Zugangsregelungen zu informieren. Durch den YouTube-Kanal des Landesarchivs wird diese Veranstaltung auch live übertragen, die ebenda auch zu einem späteren Zeitpunkt angesehen werden kann.
 
 

Begleitprogramm der Unionsausstellung im YouTube-Kanal des Landesarchivs

Heinrich Löber schrieb am 14.06.2021
Generallandesarchiv
In diesem vor zehn Jahren eröffneten Erweiterungsbau ist die Unionsausstellung zu sehen.
Die Begleitveranstaltungen zur Unionsausstellung der Landeskirche im Generallandesarchiv werden durch den YouTube-Kanal des Landesarchivs live übertragen bzw. können ebenda zu einem späteren Zeitpunkt angesehen werden.
Neben der Eröffnungsveranstaltung am 19. Mai (s. Beitrag vom 20.05.) betrifft dies nun den Vortrag von dem Heidelberger Kirchenhistoriker Prof. Dr. Johannes Ehmann vom 8. Juni mit dem Titel "Kirche im Werden - die badische Union von 1821". In seinem Vortrag widmet sich Johannes Ehmann dem offenen und teils spannungsgeladenen Prozess, in den sich die Vereinigte evangelisch-protestantische Kirche in der Union im Jahre 1821 begeben hat.
Weitere Begleitveranstaltungen folgen - die Termine können Sie hier einsehen.
 
 

Unionsausstellung feierlich eröffnet

Heinrich Löber schrieb am 20.05.2021
Weinheim Peterskirche Tafel zum 28.10.1821
Ein Zeugnis und Erinnerungsstück der Union vom 28. Okt. 1821: Holztafel in der Peterskirche Weinheim mit Ps. 133, 1.3 [LkA KA, 154., Nr. 1375]
Im Generallandesarchiv Karlsruhe wurde gestern die Ausstellung zum 200jährigen Unionsjubiläum unserer Landeskirche feierlich eröffnet.
Nach einer Begrüßung durch den Präsidenten des Landesarchivs Baden-Württemberg Prof. Dr. Gerald Maier folgten eine Ansprache unseres Landesbischofs Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh "Aus der Trennung heraus - auf dem Weg in die Vielfalt einer Ökumene der Gaben" sowie der Landestagspräsidentin Muhterem Aras MdL "Die Vielfalt der Religionen in einer pluralen Gesellschaft". Abschließend führte der Kurator und Leiter des Landeskirchlichen Archivs Kirchenrat Dr. Udo Wennemuth in die Ausstellung ein. Umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung durch den Bläserkreis an der Christuskirche Karlsruhe unter der Leitung von Joachim Osswald.
Leider war diese Veranstaltung vor Ort pandemiebedingt auf einen kleinen Personenkreis beschränkt. Sie wurde aber per Livestream übertragen und ist nun im YouTube-Kanal des Landesarchivs Baden-Württemberg nachzuschauen.
 
 

Projekt 'Retrodigitalisierung der Bilder- und Fotosammlung'

Robert Schiller schrieb am 18.05.2021
Meißenheim, 200-Jahrfeier der Kirche, Zug zur Kirche (1966) [154,Nr. 129,1]
Zug der Geistlichen und Vertreter der Evangelischen Gemeinde Meißenheim hin zur Kirche anläßlich der 200-Jahrfeier des Kirchenbaus (1966) [LkA KA, 154., Nr. 129/1]
Im Rahmen eines Projekts wird seit Anfang Mai die historische Bilder- und Fotosammlung (Bestand 154.) des Landeskirchlichen Archivs digitalisiert.
Dabei handelt es sich um etwa 4.500 Objekte mit einer Laufzeit vom Beginn der Fotografie in der Mitte des 19. Jahrhunderts (Atelierfotografie) bis in die Gegenwart hinein. Verschiedene Bildkonvolute unterschiedlichster Provenienz, Inhalte, Formate und Typien (Originale, fotografische Abzüge, Reproduktionen sowie genuin digitale Bilder) speisen diesen Bestand.
Motive sind hauptsächlich Porträts landeskirchlicher Persönlichkeiten, Aufnahmen von kirchlichen Gebäuden, Ereignissen und Gruppenaufnahmen (z. B. Konfirmandenjahrgänge). Aber auch unerwartete Motive wie beispielsweise ein Ausweis für Auswanderer, ausgestellt ca. 1915 von der Deutschen Kolonialschule Wilhelmshof in Witzenhausen (154., Nr. 118), sind enthalten.
Ausweis für Auswanderer, ausgestellt von der Deutschen Kolonialschule Wilhelmshof Witzenhausen (um 1915) [154,Nr. 118a]
Außenseite des Ausweises für Auswanderer, ausgestellt von der Deutschen Kolonialschule Wilhelmshof Witzenhausen (um 1915) [LkA KA, 154., Nr. 118a]
Abgerundet wird die Sammlung mit Alben unterschiedlichster Couleur, z. B. ein Familienalbum aus dem Familiennachlaß der badischen Pfarrerdynastie Schmitthenner (1865-1900; 154., Nr. 32) oder ein Album des Kindergartens der Christusgemeinde Freiburg, Turnseestraße 39, welches Außen-, Innenansichten, Kinder in ihren Gruppen sowie bei den Mahlzeiten und im Gelände abbildet (1960; 154., Nr. 475).
Eine Veröffentlichung ist aufgrund des Urheberrechtes, aber auch der Schutzfristenregelung ausgeschlossen; konkrete Anfragen werden aber in jedem Falle geprüft.
Die Retrodigitalisierung erfolgt an unserem neuen Archiv- und Buchscanner. Anschließend werden die digitalisierten Objekte schrittweise in unserer Archivdatenbank als Arbeitsdeservate verknüpft und stehen im Anschluss in digitaler Form für eine Benutzung zur Verfügung. Das Findmittel (Erschließungsstand Nov. 2020; vgl. unseren Beitrag vom 12.11.2020) ist als PDF veröffentlicht.
 
 

Aus der Trennung heraus! Ausstellung zum 200jährigen Unionsjubiläum

Heinrich Löber schrieb am 5.05.2021
Unionsurkunde
In der Präambel der Unionsurkunde (26. Juli 1821) ist es formuliert: aus der Trennung heraus zu Vereinigung und Einheit zu gelangen. [GLA KA, 230, Nr. 126]
Unter dem Motto unisono. VIELstimmigEINS feiert unsere Landeskirche in diesem Jahr ihre Gründung: Am 28. Oktober 1821 wurde die Union aus lutherischen und reformierten Gemeinden im Großherzogtum Baden vollzogen und damit die Gründung unserer Landeskirche markiert.
Dieses 200jährige Jubiläum und die 200jährige Geschichte der Badischen Landeskirche zeichnen das Generallandesarchiv Karlsruhe und der Evangelische Oberkirchenrat in ihrer gemeinsamen Ausstellung Aus der Trennung heraus! 200 Jahre Evangelische Landeskirche in Baden anhand vieler bislang unbekannter Exponate die Geschichte der Landeskirche nach. Die Präsentation beleuchtet die Geburtsstunde und wagt einen Blick auf die Zukunft der Christenheit des 21. Jahrhunderts.
Die Schau ist vom 20. Mai bis 7. November 2021 zu sehen.
Der Flyer zur Ausstellung beinhaltet auch das Begleitprogramm:
Flyer zur Unionsausstellung 2021.pdf (pdf) Flyer zur Unionsausstellung 2021.pdf [546.9 kB] ReadSpeaker Vorlesen

Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe, Landeskirchliches Archiv Karlsruhe

 
 

Elf Kirchen- und Familienbücher verfilmt und digitalisiert

Heinrich Löber schrieb am 23.04.2021
Weitere zwei Kirchen- und neun Familienbücher der Gemeinden Spöck, Freiamt Brettental, Keppenbach, Mußbach und Reichenbach wurden verfilmt und digitalisiert. Sie stehen sowohl im Lesesaal unseres Archivs (als Filme - vgl. Findmittel) und in absehbarer Zeit im Kirchenbuchportal (digital und unter Beachtung der Schutzfristen) für eine Einsicht zur Verfügung. Es handelt sich dabei um folgende Bücher:
 
  • Spöck (luth.) alphabetisches Familienbuch 1752 - 1863 (1940)
  • Spöck alphabetisches Familienbuch 1859 - 1898 (1963)
  • Spöck Familienbuch Apr. 1940 - Nov. 1954 mit Register
  • Spöck Familienbuch Nov. 1954 - Mai 1967 mit Register
  • Freiamt Brettental Familienbuch 1881 - 1969 mit Register
  • Freiamt Keppenbach (luth.) Familienbuch 1812 – 1860 (angelegt 1848 von Pfarrer Wilhelm Halm) mit Register
  • Freiamt Keppenbach Familienbuch Okt. 1860 – Okt. 1927 mit Register
  • Freiamt Mußbach (luth.) Familienbuch Febr. 1815 – Jan. 1957 mit Register
  • Freiamt Mußbach Familienbuch Febr. 1957 – Sep. 1970 mit Register
  • Freiamt Keppenbach Beerdigungen 1870 - 1969 mit Register
  • Freiamt Reichenbach Trauungen 1860 – 1869 mit Register.
Stadtkirche Pforzheim (1899)
Stadtkirche Pforzheim (1899; 1945 zerstört)
 
 
 
Im Anschluß werden 34 weitere Kirchen- und Familienbücher verfilmt und digitalisiert (s. Beitrag vom 21.12.2020). Darunter befindet sich der bemerkenswerte Bestand von 22 Pforzheimer Familienbüchern, die 1880 durch Hauptlehrer Wilhelm Schillinger angelegt, bis zum Jahre 1820 zurückreichen und lückenlos bis 1938 geführt wurden und 23.889 Familien umfassen. Zwei Registerbänder erschließen die Familienbücher (bis 1918) und machen sie dadurch nutzbar.
Dass für eine Stadt der Größe Pforzheims (1830: 6.284 Einwohner und 1939: 78.743 Einwohner) Familienbücher geführt wurden, ist absolut außergewöhnlich. Aus diesem Grund stellen sie für familienhistorische Forschungen eine außerordentlich wertvolle Quelle dar.
 
 

Impfverzeichnis im Kirchenbuch Grenzach (1812/13)

Heinrich Löber schrieb am 13.04.2021
Grenzach Impfungen 1812
Auszug aus dem Impfverzeichnis 1812 im Grenzacher Mischbuch (luth.) 1798 - 1812 (S. 107)
Im lutherischen Kirchenbuch Grenzach 1798 bis 1812 findet man zwischen den Tauf- und Traueinträgen ein Impfverzeichnis. Dieses führt die Kinder auf, die 1811 bis 1813 geboren und als im Durchschnitt Halb- bis Einjährige 1812/13 durch den Chirurgen Johann Friedrich Stein (1781-1814; OFB Grenzach, S. 402) geimpft wurden.
Derartige Einträge in Kirchenbüchern sind ungewöhnlich, aber doch zu erklären. Nachdem in den 1790er Jahren die Kuhpockenimpfung in England entwickelt wurde, kam diese ab der Jahrhundertwende in Europa zum Einsatz. Die Vorschrift zur Leitung und Ausübung der Kuhpocken-Impfung (1808), erlassen in den kaiserlich-königlich deutschen Erbstaaten, ist ein erstes Regulativ für das Impfgeschehen und beschreibt medizinische, politische und organisatorische Maßnahmen.
Grenzach Impfungen 1813
Zweiter Teil des Impfverzeichnisses 1813 im Grenzacher Mischbuch (luth.) 1798 - 1812 (S. 108)
Dazu zählte, dass die Ärzte angehalten waren, über die Vorteile der Impfung aufzuklären und diese zu dokumentieren. Daneben wurden Pfarrer verpflichtet, bei Taufen Briefe an die Eltern zu verteilen. Die Vorschrift legte übrigens auch fest, dass jene, die sich nicht impfen ließen und keinen Nachweis der Impfung aufweisen konnten, von Stipendien und öffentlich unentgeltlichen Erziehungs-Instituten ausgeschlossen waren; wer in die Schule wollte, musste die Impfung schnellstmöglich nachholen. Es gab auch einen partiellen Impfzwang: Zöglinge in Waisenhäusern und Versorgungsanstalten des Staates mussten geimpft werden (vgl. www.addendum.de vom 13.11.2018).
In Grenzach wurden die Pockenimpfungen in den sommerlichen Monaten Mai bis September durchgeführt. Diese "Massenimpfung" der Jahre 1812/13 war offenbar ein Erfolg wie man den Vermerken von Pfarrer Jakob Friedrich Ringer (1766-1817) herauslesen kann: Sämtliche haben ächte Impfblattern gehabt. Also aus der Impftabelle des Chirurg Hrn. Stein gezogen. Grenzach, den 22ten Mai 1813. P. Ringer sowie Der sel. Herr Chir. Stein hat in seinem Impfungs Verzeichniß bei sämtlichen Kindern den Erfolg mit dem Prädicat Gut bezeichnet. Grenzach, d. 18ten Jul. 1814. J. F. Ringer.
Der impfende Chirurg Johann Friedrich Stein selbst ist mit 32 Jahren recht jung verstorben. In seinem Beerdigungseintrag vom 9. April 1814 ist aber keine Todesursache genannt.
 
 

Wechsel im Projekt-Team

Claudia Vittori schrieb am 8.04.2021
Claudia Vittori im Projekt
Claudia Vittori an ihrem neuen Arbeitsplatz in der Paul-Gerhardt-Kirche Beiertheim
Mein Name ist Claudia Vittori. Seit dem 1. Januar 2020 bin ich als Archivarin beim Landeskirchlichen Archiv Karlsruhe tätig. Zum 1. April 2021 wechselte ich in das Projekt „Sicherung und Bearbeitung der Pfarrarchive“. Dort bin ich beiden Teams, dem Team Nord und dem Team Süd, zugeordnet.
Meinen Bachelor- und Masterabschluss in Archivwissenschaft und das anschließende Spezialisierungsdiplom in Archivwissenschaft, lateinische Paläographie und Diplomatik absolvierte ich in Italien. Dort sammelte ich Arbeitserfahrungen im Bereich kirchliche und kommunale Archive, z. B. im Diözesanarchiv von Nepi und Civita Castellana und im Kommunalarchiv von Soriano nel Cimino. Ich freue mich, im Laufe des Projekts, welches noch 2 ½ Jahre läuft, die evangelischen badischen Pfarrämter „in Theorie und Praxis“ zu erkunden und meine Kenntnisse in der deutschen (Kirchen-)Geschichte zu vertiefen.
 

Am 1. April eine "Nutzung" der besonderen Art

Heinrich Löber schrieb am 1.04.2021
Taube am Gründonnerstag im Lesesaal
Eine Taube am Gründonnerstag und 1. April im Lesesaal
Das ist kein Aprilscherz!
Heute kam eine Nutzerin der besonderen Art in den Lesesaal: Ohne Termin und Antrag und jenseits der Nutzerzeiten flog am Gründonnerstag, den 1. April 2021, um 8:30 Uhr eine Taube durch das geöffnete Fenster in den Lesesaal. Eine Stunde dauerte ihr Aufenthalt, bis sie Dank der tatkräftigen Hilfe durch die Hausmeister den Weg in die Freiheit finden konnte ...
 
 

In Gedenken an unseren Kollegen Hartfried Depner (1943-2021)

Udo Wennemuth schrieb am 31.03.2021
Depner, Hartfried (Porträt)
Unser langjähriger und sehr geschätzter Kollege Hartfried Depner (1943-2021)
Am 12. März 2021 verstarb unser langjähriger Kollege Hartfried Depner im Alter von 78 Jahren.
Hartfried Depner war im Landeskirchlichen Archiv zuständig für die externe Archivpflege. Das bedeutet, dass er die Gemeinden in der gesamten Landeskirche in Fragen der Ablage des im Pfarramt anfallenden Schriftgutes und bei der dauerhaften Sicherung der archivwürdigen Unterlagen beriet und betreute. Damit waren viele Reisen in den gesamten Bereich der Landeskirche vom Main bis an den Bodensee verbunden. Viele dieser Reisen, die uns Zuwanderern Baden vertraut und liebenswert machten, haben wir im Laufe der Jahre mit ihm gemeinsam gemeinsam unternommen. Im Verlauf seiner Dienstzeit hat Hartfried Depner eine Vielzahl von Pfarrarchiven eingerichtet und erschlossen.
Mit seiner enormen Schaffenskraft, aber auch mit seiner kollegialen Zugewandtheit war Hartfried Depner zur guten Seele des Archivs geworden, in manchen Dingen auch zum Vertrauten. So verwundert es nicht, dass wir Hartfried Depner nach seinem Eintritt in den Ruhestand nicht einfach ziehen lassen wollten; dass er bereit war, auf vertraglicher Basis im Dienst der Erschließung von Archivbeständen weiter zu arbeiten, war für das Archiv und die Kollegenschaft ein Segen. Damit konnte ein Erschließungsstand erreicht werden, der weit und breit seinesgleichen sucht.
So verbindet sich die Trauer um den Verlust des Kollegen und Freundes mit einer tiefen Dankbarkeit. Durch die von ihm erstellten Findbücher ist Hartfried Depners Name und Gedächtnis gewissermaßen für die Ewigkeit im Landeskirchlichen Archiv bewahrt.
 
 

Von Wertheim zum Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg

Natascha Wetzel schrieb am 17.03.2021
 
Turm der Stiftskirche Wertheim
Der beeindruckende und stadtbildprägende Turm der Stiftskirche Wertheim
Die abgeschlossene Erschließung des Pfarrarchivbestandes „Stiftsgemeinde“ der Pfarrgemeinde Emmaus II bildet den Abschluss der Bearbeitung aller Pfarrarchive des Kirchenbezirks Wertheim. Ende 2018 bereiste das damals noch zweiköpfige Team Nord – welches im Januar 2019 durch eine weitere Kollegin tatkräftige Unterstützung erhielt – erstmals den nördlichsten Kirchenbezirk unserer Landeskirche. Im Rahmen zweier weiterer Bereisungen traten bei der Sichtung des Schriftguts kleine historische Schätze ans Licht, die nun in den zwölf erstellten Findbüchern der einzelnen Pfarrgemeinden leicht aufzufinden sind.
Wertheim Pfarrarchiv in Paul-Gerhardt
464 Jahre evangelische Kirchengeschichte der Stiftgemeinde Wertheim stehen in der Paul-Gerhardt-Kirche Karlsruhe zum Abtransport bereit.
Bei den Bereisungen ergaben sich nach Dienstschluss zahlreiche Möglichkeiten, die Natur rund um Main und Tauber zu bestaunen sowie durch die Wertheimer Altstadt mit ihren prächtigen Fachwerkhäusern zu schlendern. Die Stiftskirche – eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten der Stadt – imponierte nicht nur vor Ort, sondern begleitete die Bearbeiterin des Bestandes der Stiftsgemeinde und Verfasserin dieses Beitrages intensiv. Die lange und beeindruckende Geschichte des Gotteshauses lässt sich anhand der umfangreichen Archivalien nachverfolgen.
 
Team Nord hat im Kirchenbezirk Wertheim rund 40 lfd. Regalmeter erschlossen und über 2500 Verzeichnungseinheiten gebildet. Alle zwölf Findbücher können auf der Website des Landeskirchlichen Archivs eingesehen werden. Mit der kommenden Bearbeitung der Pfarrarchive des Kirchenbezirks Adelsheim-Boxberg freut sich das Projekt auf neues, spannendes Schriftgut und eine stetig wachsende Erschließung der (noch) unbekannten Unterlagen Nordbadens.
 
 

Ein weiterer Meilenstein ist erreicht: Der Kirchenbezirk Konstanz ist "erschlossen"

Vivian Ritter schrieb am 17.03.2021
044. Büsingen-Gailingen zurück in der Gemeinde
Wieder daheim: Das bearbeitete Pfarrarchiv Büsingen-Gailingen ist zurück in der Gemeinde. In den Umzugskartons befinden sich die Handakten.
Das Projekt "Sicherung und Bearbeitung der Pfarrarchive" hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Der Bearbeitung der Pfarrarchive des Kirchenbezirks Konstanz wurde mit der Rückgabe der Unterlagen Anfang März abgeschlossen.
Die Bearbeitung umfasste dabei vierzehn Pfarr- und Kirchengemeindearchive. Das sind 2113 Verzeichnungseinheiten auf ca. 40 laufende Regalmeter.
Die ersten Unterlagen des Bezirks wurden im September 2019 nach Karlsruhe gebracht, d. h., die Bearbeitung dauerte ziemlich genau 2 Jahre.
Als nächstes befasst sich das Projekt-Team Süd mit dem Kirchenbezirk Hochrhein, wo die nächsten zwölf Archive schon sehnsüchtig auf eine Bearbeitung warten.
 

250 Jahre Familiengeschichte - Übergabe des OFB Wolfartsweier 1692 bis 1949

Heinrich Löber schrieb am 17.03.2021
Übergabe OFB Wolfartsweier
Die Co-Autorin des OFB Wolfartsweier überreicht Heinrich Löber das Werk im Neuen Lesesaal. In der Präsenzbibliothek wird es seinen Platz finden und damit den Nutzenden vor Augen und in Griffhöhe sein.
Nachdem vor reichlich zwei Jahren Iris Riedlsperger das maschinenschriftliche Manuskript des Ortsfamilienbuches Wolfartsweier 1692 bis 1944 unserem Archiv als eine gebundene "Arbeitskopie" übergeben hatte (s. Beitrag vom 18.01.2019), halten wir mit dem heutigen Tage das "richtige" Ortsfamilienbuch Wolfartsweier in den Händen. Nach neun langen Jahren der Recherche, des Sammelns und geduldigen Erfassens kann das Autorenteam, zu dem auch Frau Sigrid Faigle-Kirchenbauer und Herr Ulrich Kindler gehören, auf einen erfolgreichen Abschluss verweisen.
 
Der Titel wird in den digitalen Landeskirchlichen Zentralkatalog der Landeskirchlichen Bibliothek aufgenommen, der dem K10plus (GBV und SWB) angeschlossen ist. Er ist damit recherchierbar sowie der interessierten Leserschaft zugänglich. Durch seinen Standort in der Präsenzbibliothek des neuen gemeinsamen Lesesaals der Landeskirchlichen Bibliothek und des Landeskirchlichen Archivs ist er zudem potentiellen Lesern vor Augen. Außerdem kann das OFB Wolfartsweier über das Findmittel zu den Ortsfamilienbüchern unseres Archivs, das wir als PDF auf unsere Website gesetzt haben ist, online recherchiert werden.
 
 

Weitere Installationen im Neuen Lesesaal

Heinrich Löber schrieb am 19.02.2021
Beleuchtung und Kabelkanäle (19.02.2021)
Nun sind die Nutzendenplätze mit einer Beleuchtung versehen und die Kabel vertunnelt
In den letzten beiden Wochen wurden weitere wichtige Installationen im Neuen Lesesaal durchgeführt, nämlich die Beleuchtung an den Nutzenden- und Aufsichtsarbeitsplätzen eingerichtet sowie die Netzkabel in Kabelkanäle verlegt.
So sind weitere wichtige Schritte hin zum Gesamtkunstwerk Neuer Lesesaal passiert ...
 

Neues vom Neuen Lesesaal: Technikbasierte Nutzendeplätze sind installiert

Heinrich Löber schrieb am 8.02.2021
Nutzendenarbeitsplätze
Blick auf die acht Nutzendenarbeitsplätze, drei davon EDV-gestützt und einer als Mikrofilmleseplatz nach ihrem Aufbau (Febr. 2021)
Ein weiterer Meilenstein ist erreicht! Vier der acht Nutzendenarbeitsplätze sind mit Technik ausgestattet worden. Drei davon wurden als Onlinerecherche- oder EDV-Arbeitsplatz sowie einer als Mikrofilmlesearbeitsplatz eingerichtet. Letzterer ist mit einem PC verknüpft, so dass dieser - wie schon im Alten Archivlesesaal - zum Digitalisieren von verfilmten Kirchenbucheinträgen, parallel oder eigens für die Einsicht im Kirchenbuchportal zur Verfügung steht. Ein Login in das Kirchenbuchportal ist unverändert durch den Archivaccount möglich und ist in den Benutzergebühren enthalten. Hier können Sie diesen Onlineservice also unverändert ausprobieren oder nutzen.
Lesesaalaufsichtsplatz Archiv im NLS (8.02.2021)
Beim Eintritt in den Lesesaal blickt man auf die Lesesaalaufsichtsplätze. Der Platz am Fenster ist den Archivkolleg*innen vorbehalten. Dieser wurde heute angeschlossen und bezogen.
Des Weiteren wurde heute der Lesesaal-Aufsichtsplatz des Archivs installiert und bezogen. Für die/den diensthabende/n Archivar/in ist dieser Platz ein riesengroßer Qualitätssprung: höhenverstellbarer Schreibtisch, seitlich am Fenster mit Blick auf St. Stephan, ausreichendem Platz hinter dem Rücken und weiteren Möglichkeiten, sich für archivarische Arbeiten einzurichten.
 
Über weitere Schritte zur Betriebsfähigkeit halten wir Sie hier auf dem Laufenden.
 
 

Neues vom Neuen Lesesaal: Die Präsenzbibliothek des Archivs ist umgezogen

Heinrich Löber schrieb am 3.02.2021
Technikinstallation Nutzerarbeitsplätze NLS (3.02.2021)
Pfarrer-, Ortsfamilienbücher, ortschronikalische Literatur an einem Standort. Blick von der Empore auf den Präsenzbestand der Archivbibliothek und einen Teil der Leseplätze
Die Präsenzbibliothek des Archivs ist in den neuen, fortan mit der Landeskirchlichen Bibliothek gemeinsam genutzten Lesesaal umgezogen. Dabei wurde das untere Regal der Ostseite bestückt, so dass der zusammengeführte Bestand gut zu überschauen und komfortabel nutzbar ist. Die kundigen Archivbesucher werden "ihre Bücher" schnell erkennen und mit einem Griff in ihren Händen halten.
In diesen Tagen wird die Technik installiert.
Der Alte Archiv-Lesesaal hat ausgedient
Der Alte Lesesaal hat ausgedient (Foto: Febr. 2021)
Begonnen wurde heute mit den drei Nutzendenplätzen, die einen Desktop-PC-Anschluß erhalten. An den vier weiteren Plätzen werden die Voraussetzungen geschaffen, mitgebrachte Notebooks anzuschließen.
Der Alte Lesesaal wiederum gibt ein verwaistes Bild ab. Er wird in einer weiteren Phase zu einem Dienstzimmer eingerichtet.
 
 

Der "Neue-alte" Lesesaal ist möbliert

Heinrich Löber schrieb am 29.01.2021
Möblierung - Blick von der Empore nach West (28.01.2021)
So schnell füllte sich der "Neue-alte Lesesaal" - Blick von der Empore nach West
Möblierung - Blick über die Theke in den Nutzerbereich (28.01.2021)
Zwei Tage später stehen die Möbel - Blick über die Theke in den Nutzerbereich 
Es geht planmäßig und zügig voran. Vorgestern war der "Alte Lesesaal" der Landeskirchlichen Bibliothek zum Zwecke der Parkettbodensanierung noch vollends leer (s. Beitrag vom 27.01.2021). Zwei Tage später stehen die Möbel im nun "Neuen Lesesaal" des Landeskirchlichen Archivs und der Landeskirchlichen Bibliothek.
Die nächsten Schritte sind die Installationen der Technik an den Arbeitsplätzen der Nutzenden und der Aufsicht. Und dann natürlich die Reinigung, das Bestücken der Regale und Auslagen sowie die Inbetriebnahme der Aufsichtsarbeitsplätze.
Leider ist die Nutzung pandemiebedingt bis auf Weiteres ausgesetzt und damit für die Nutzenden Geduld gefragt, ihren ersten Besuch vor Ort einzuplanen. Wir hoffen alle, dass dieser Zustand ein baldiges Ende findet, damit dieser wunderschöne Raum bevölkert werden kann.
 
 

Neues vom Neuen Lesesaal

Heinrich Löber schrieb am 27.01.2021
Der Fußboden des Neuen Lesesaals wurde geschliffen und lackiert
Der behandelte Boden des neuen Archiv- und Bibliothekslesesaals - Blick nach Nordost (Foto: Dez. 2020)
NLS geschliffener und lackierter Boden (mit St. Stephan)
Der abgeschliffene und lackierte Parkettboden mit Blick auf den Turm von St. Stephan
Die Umbaumaßnahme zu einem gemeinsamen Lesesaal der Landeskirchlichen Bibliothek und des Landeskirchlichen Archivs (s. Beiträge vom 20.11. und 11.12.2020 sowie 19.01.2021) nimmt immer mehr Konturen an.
Nun ist der Parkettboden geschliffen und lackiert. Als ein nächster Schritt ist die Möblierung vorgesehen sowie die (Neu-)Bestückung der Bücherregale.
Das heisst, der Präsenzbestand der Landeskirchlichen Bibliothek erhält eine veränderte Gestalt u. a. durch seine Erweiterung um den Präsenzbestand der Archivbibliothek. Letzterer wird in den Regalen der Ostseite seinen Platz finden und den Nutzenden des Landeskirchlichen Archivs vor Augen und für eine Lektüre in Griffhöhe aufgestellt sein. Das betrifft die einschlägige Literatur wie die Ortsfamilienbücher, Pfarrerbücher, orts(kirchen)historische Literatur sowie Monographien zur badischen Landeskirchengeschichte.
Wann eine (ggfls. eingeschränkte) Nutzung möglich sein wird, ist derzeit nicht absehbar. Wir halten Sie an dieser Stelle aber auf dem Laufenden und sind natürlich für alle Ihre Fragen ansprechbar.
 
 

Bestände der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Singen und der Melanchthongemeinde Lahr bearbeitet

Anna Ohnmacht schrieb am 20.01.2021
Singen Dietrich-Bonhoeffer-Kirche
Das Innere der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Singen zwei Jahre nach ihrer Erbauung (Mai 1984) [LkA KA, 166., Nr. 2775]
Anfang 2021 wurden die Findbücher der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Singen und Melanchthongemeinde in Lahr erstellt.
Der Bestand der Melanchthongemeinde in Lahr ist damit abgeschlossen, da die Gemeinde sich zum 01. Februar 2019 mit der Luthergemeinde Dinglingen, der Kippenheimweiler Erlöser- und der Mietersheimer Paulusgemeinde zur Auferstehungsgemeinde zusammenschloss.
Die Findmittel dieser beiden Bestände stehen fortan zur Verfügung und sind online recherchierbar.
 
 

Neues von der Baustelle

Heinrich Löber schrieb am 19.01.2021
Leerer, mit Abdeckfolie bestückter Lesesaal nach Südwest (19.01.2021)
Die Maler sind fertig; nun wird der Boden erneuert.
Leerer, mit Abdeckfolie bestückter Lesesaal nach Nordost (19.01.2021)
Blick nach Nordost, wo die Nutzerarbeitsplätze eingerichtet werden
Die Umbauarbeiten für den neuen gemeinsamen Lesesaal der Bibliothek und des Archivs unserer Badischen Landeskirche schreiten planmäßig voran (vgl. die Beiträge vom 20.11. und 11.12.2020). Die Malerarbeiten und die Arbeiten an den Fenstern sind nun abgeschlossen, die Gerüste abgebaut. Die Abdeckfolie an den Regalen und Deckenlampen bleibt aber hängen, weil jetzt mit der Erneuerung des Parkettbodens begonnen wird.
Die weitere Zeitplanung sieht vor, dass in der ersten Februarhälfte die Präsenzbibliothek des Archivs und das weitere Inventar des alten Lesesaals des Archivs ihren neuen Standort beziehen.
Nun hoffen wir, dass nach dem zweiten Lockdown mindestens eine eingeschränkte Benutzung möglich wird. Wir halten Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden.
 
 

Predigtnachlass des Erweckungspredigers Karl Rein (1800-1865)

Robert Schiller schrieb am 11.01.2021
154,Nr.504 Rein,Karl (um 1860)
Karl Rein, der bibelfromme Prediger und Halter von Gebetsversammlungen (aus: Gottesfreude-Kalender, Bild Nr. 438) [LkA KA, 154., Nr. 504]
Der Predigtnachlass von Pfarrer Karl Rein ist verzeichnet und das Findmittel online recherchierbar. Es handelt sich dabei ausschließlich um Predigten aus seiner Anfangszeit als Vikar in Knielingen (1824-1827) und Pfarrer in Gondelsheim (1827 f.) und noch nicht um Verlautbarungen nach seiner Erweckung.
Karl Rein lebte von 1800 bis 1865. Er war ein Bekenntnispfarrer der badischen Erweckungs- und Gemeinschaftsbewegung, streitbarer Verfasser von Flugschriften zum Zustand der Kirche und Seelsorger des Diakonissenmutterhauses Nonnenweier (Gerhard Schwinge). Durch den Pfarrdienst in Nonnenweier erlebte er seine eigene Bekehrung und schrieb dazu „Von 1827 bis 1840 konnte ich leider meiner Gemeinde nichts geben, weil das unwiedergeborene Herz nichts zu geben hat, was zu Seligkeit dient. In der Gemeinde aber waren viele Herzen, die an den Herrn Jesum Christum glaubten und auf dem Boden des evangelischen Bekenntnisses stunden – man nannte sie verkehrter und ungerechter Weise Pietisten. Ob wohl sie die wahren evangelischen Christen waren, weil sie den evangelischen Glauben hatten. Diese beteten fleißig um meine Bekehrung“. Durch seine Arbeit als Seelsorger und Förderer prägte er die entscheidenden Anfangsjahre des Nonnenweierwerks und fand in den badischen Pfarrern Ernst Fink (1806-1863) und Karl Mann (1806-1869) darin Nachfolger gleicher Gesinnung.
Eingesehen werden kann der Nachlass in unserem Archiv.
 
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